Meet the team: Kristy

Was ist deine Aufgabe bei CADUS?

"Ich bin Paramedic (vergleichbar mit Notsanitäter*in) und Teil der medizinischen Crew. Im Einsatz kümmere ich mich um die Traumaversorgung, Triage (also das Einteilen der Patient*innen nach Behandlungsnotwendigkeit), die Patientenüberweisung in die entsprechenden Krankenhäuser und die grundlegende Gesundheitsversorgung, sofern Bedarf besteht.
Im Moment bin ich in Erbil und helfe bei der Zusammenstellung des medizinischen Equipments und Materials. Ich habe Medikamente sortiert, die Kisten für den Einsatz gepackt, Inventurlisten vorbereitet und dabei geholfen den Truck zu beladen.
Oh und ich koche veganes Essen für alle!"

Warum hast du dir CADUS für deinen Einsatz ausgesucht?

"Ich habe spezielle Fähigkeiten mit denen ich Menschen helfen möchte. CADUS ermöglicht es mir, meine Erfahrungen als Paramedic sinnvoll in einem der größten humanitären Krisen in meinem bisherigen Leben einzusetzen."

Du warst Teil des Teams in Mossul . Was hat dich dazu veranlasst, für den Einsatz in Anbar wiederzukommen?

"Der Einsatz in Mossul war zwar unglaublich anstrengend, aber ich habe eine Menge gelernt über meinen eigenen Beruf und meine Fähigkeiten in einem Krisengebiet zu arbeiten. Ich wollte diese Erfahrungen ausbauen, mehr lernen und weiterhin den Menschen im Irak helfen. Das CADUS Team ist vielfältig und es fällt leicht dort zu arbeiten. Für mich heißt das, dass ich von anderen Mediziner*innen lerne und dabei neuen Leuten begegne.

Welchen Rat würdest du anderen Interessierten geben, die an einer Mission teilnehmen wollen?

"Ich würde jedem, der sich dazu mental in der Lage sieht, empfehlen in einer Krisenregion zu arbeiten. Du wirst nie mehr lernen als in solchen Situationen, in denen du ständig gefordert bist, dich um Patienten kümmerst und mit dem vorhandenen Material improvisieren musst. Außerdem empfehle ich jedem ruhig, offen und aufmerksam zu bleiben.  Die Dinge verändern sich ständig, die Situation entwickelt sich weiter."

Kristy sorting the consumablesKristy bereitet die Medikamente für den Einsatz vor. Foto: CADUS

Du hast gesagt "mental in der Lage sein". Was meinst du damit und wie können sich Crew-Mitglieder selber vorbereiten?

"Versuche immer dich auf dem aktuellen Stand zu sein und dich über den Konflikt zu informieren, die verschiedenen Akteure in der Region und lokale Besonderheiten.
Sei dir über die kulturellen Unterschiede im Mittleren Osten bewusst, zum Beispiel über die sehr konstruierten Geschlechterrollen. Es kann sehr anstrengend werden als Frau in einer traditionell eher männerdominierten Community zu arbeiten, währenddessen viele Frauen hier eine Behandlung durch einen Mann ablehnen.

Mach dich mit der Equipmentliste und der medizinischen Ausstattung von CADUS vertraut. Das ist auch ein guter Weg sich in der neuen Arbeitsumgebung schneller zurechtzufinden, besonders wenn es mal hektisch wird.
Außerdem ist es immer wichtig Fragen zu stellen, auch wenn sie auf den ersten Blick dumm wirken. Du solltest dich immer wohl und gehört fühlen!"

Was ist das Beste (oder Schlechteste) daran mit CADUS zu arbeiten?

"Das Beste daran ist, dass ich das Gefühl habe bei CADUS in einer Gruppe zu arbeiten, die ähnliche Überzeugungen und Vorstellungen haben und denselben Humor wie ich. Es ist als hätte ich meine Freunde aus Deutschland im Irak gefunden."

Möchtest du noch etwas über deine Erfahrungen mit CADUS loswerden? Energydrinks? Hunde?

"Die Vintageszene im Irak ist großartig. Es ist der Himmel für einen Melbourne-Hipster. It’s heaven for a hispter-melbouneite. Oh zieht bloß ab mit euren "artisan beans" und "aero-press", das hier ist definitiv ein Chai-Land.

PS: I love dogs."

Veröffentlicht:
Verfasser*in: Jonas Grünwald

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