Ein kleines Ultraschallgerät kann einen großen Unterschied machen

Henryk war bereits im letzten Jahr für CADUS im Einsatz und hat bei der Gelegenheit auch das al-Khansaa Hospital besucht und dort eine kleine Bestandsaufnahme gemacht.

Dr. Henryk Pich unterwegs für CADUS e.V.

Zurück in Deutschland hat er sich mit einigen Vertretern getroffen und schließlich das mobile Ultraschallgerät bekommen. Die Übergabe haben wir mit einem kurzen Workshop verbunden. Fünf Ärzt*innen wurden in einem Training auf das neue Gerät geschult. Besonders schön zu sehen war, dass direkt nach der Einführung das Ultraschallgerät in den Einsatz gegangen ist - noch im Beisein unseres Teams und der Familie der Patientin!

Der erste Einsatz des neuen Ultraschallgeräts

[Der erste Einsatz des neuen Ultraschallgeräts]

Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Im Großen und Ganzen ist dies natürlich nur eine sehr kleine Spende. Das Krankenhaus wurde zu mehr als 80% zerstört als der IS den Ostteil der Stadt verlassen hat. Große Teile der Gebäude sind noch immer nicht betretbar.

Es war aber schwer beeindruckend, zu sehen, welche Fortschritte das Krankenhauspersonal innerhalb kürzester Zeit gemacht hat. Eine kleine lokale Gruppe hat sich zusammengefunden aus Techniker*innen, Ingenieur*innen für die spezielle Reparatur von Krankenhaus Equipment und Ärzt*innen. Sie sind in ganz Mossul unterwegs, um Krankenhausmaschinen wieder funktionstüchtig zu bekommen. Auch an den Gebäuden wird stetig weitergearbeitet. An letzter Stelle kommen hierbei die Büros und Aufenthaltsbereiche des Personals. Immerhin: Fast alle Operationsplätze im Krankenhaus sind inzwischen wieder funktionstüchtig

Im Krankenhaus herrscht Hochbetrieb – und es fehlt an allem

Aber es mangelt vor allem an Geld um neues medizinisches Equipment zu kaufen. Das Krankenhaus platzt eigentlich aus allen Nähten. Daher ist es umso wichtiger, die zerstörten Bereiche zu ersetzen oder zu renovieren. Dafür scheint es aber kein Geld zu geben.

Tatsächlich können wir von CADUS mittlerweile von uns behaupten, eine Art Sonderstatus im al-Khansaa Hospital zu haben. Es ist mittlerweile keiner NGO mehr erlaubt Fotos zu machen ohne Sondergenehmigung. Aus dem einfachem Grund, dass tausende von NGOs dort durchrauschen, Fotos machen, die Zeit der Mitarbeiter*innen in Anspruch nehmen und dann nie wieder auftauchen. Das kann natürlich immer ganz unterschiedliche Gründe haben seitens der NGOs.

CADUS hatte das letztes Jahr das Angebot, das Mobile Hospital im Hof aufzustellen und Operationen durchzuführen. Das hätte aber keinen Sinn gemacht. Die Patient*innen hätten danach in den zweiten Stock ohne Aufzug transportiert werden müssen. Daher haben wir uns darauf beschränkt, im Westteil der Altstadt von Mossul in der zu diesem Zeitpunkt noch umkämpften Zone ein TSP zu stellen.

Das al-khansaa Krankenhaus von aussen

[Das zerstörte al-khansaa Krankenhaus von außen]

Hilfe auf dem schnellen Dienstweg

Allerdings wussten wir, wo noch Krankenhausbetten in einem Lager in Erbil standen. Die NGO „Bring Hope Foundation“ brachte die Betten schliesslich ins al-Khansaa Hospital, zusätzlich zu anderem medizinischen Equipment, dass sie noch im Lager hatten. Das haben sie uns nie vergessen. Auch nicht, dass wir immer wieder betont haben, dass wir gerne unsere Kontakte zu Herstellern nutzen werden, um Spenden zu sammeln.

Vor allem fehlt es an Geld für die Gebäudesanierung

Auch gute Sachspenden sind und bleiben wichtig. Mit Betonung auf gut: In der Regel bekommt das Krankenhaus leider meist billig importiertes Material, dass nach zweimaliger Nutzung auseinanderfällt. Am Ende bleibt da also nur noch mehr Schrott der entsorgt werden muss.

Und die Lagerkapazitäten von CADUS sind sehr begrenzt. Dennoch haben wir wie gesagt im al-Khansaa Hospital mittlerweile ein so gutes Standing, dass die Mitarbeiter*innen und der Manager ein gutes Wort vor dem Gesundheitsamt für uns einlegen, damit das Material und unsere Anliegen schneller bearbeitet werden.

Auch waren die Mitarbeiter*innen mehr als interessiert an einem stetigem Austausch medizinischen Wissens und Weiterbildung. Sowohl Dr. Henryk Pich und CADUS als Organisation werden also auch in Zukunft mit dem Khansaa Krankenhaus in Kontakt bleiben. Wir wollen sinnvoll dort aushelfen, wo es geht und dafür sorgen, dass das Material in die richtigen Hände gelangt und benutzt werden kann.

Henryk weist die Ärzte in das Gerät ein

Was CADUS braucht um nachhaltige Hilfe zu leisten

Hierfür braucht es nicht nur das Material. Auch der Transport, die Genehmigungen und Visa müssen organisiert werden für unsere Hilfskräfte/Ärzt*innen, Übersetzer und Unterkunft – das alles kostet Geld.

Am Ende bleibt zu sagen: Wir wollen zukünftig das Krankenhauspersonal mehr dabei unterstützen, dem hohen Patient*innenaufkommen bestmöglich gerecht zu werden.

Veröffentlicht:
Verfasser*in: Fee Baumann

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