Debate!

 

Open Source Hardware in Post-Konflikt-Gebieten und Transition Areas

Das Prinzip von Open Source ist vor allem aus dem Software-Bereich bekannt, wird aber zunehmend auch auf Hardware angewandt. Damit soll es leichter werden, Geräte herzustellen und zu reparieren, zu modifizieren und zu recyclen. Innovationsprozesse können so demokratisiert werden. Die alte Eigentumsfrage "Wem gehören Produktionsmittel" wird damit umformuliert zu: "Wem gehört Technologie?" bzw., "Wer ist praktisch – durch Wissen und Lizenzen – dazu in der Lage, Geräte herzustellen und weiterzuentwickeln?".

Eine interessante Frage in Industrienationen; und eine potentiell elementare Frage in (Post-)Katastrophenregionen. Aspekte wie Schnelligkeit, Flexibilität/Anpassbarkeit, Wartbarkeit und Aufbau eines lokalen & unabhängigen Ökosystems sind hier von großer Bedeutung.

Should we open-source the world? Should we start in South Sudan? Should we leave these questions to GIZ...?

Auf eine Diskussion mit euch über diese Fragen freuen sich Martin Häuer von Open Source Ecology und Stephen Kovats von der r0g agency for open culture & critical transformation

 

Donnerstag 02.04.2020
Start 20:00


Ort
Online: location tba

Sprache: Deutsch

Momentan pausiert die offene "Sprechstunde"
Meet CADUS

Was ist Debate?

Uns ist es wichtig, nicht nur dort Hilfe zu leisten wo sie dringend gebraucht wird, sondern auch, die humanitäre Praxis immer wieder kritisch zu reflektieren. Deshalb laden wir jeden ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr zu Vortrag und Diskussion über ein aktuelles Thema der humanitären Hilfe ein.

Debate! ist ein Abend an dem wir uns gegenseitig kennenlernen können und in entspannter Runde über neue Perspektiven für die humanitäre Hilfe nachdenken.

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Vergangene Veranstaltungen

Neue Katastrophen in einer vernetzten Welt: Kritische Infrastruktur und das Cyberhilfswerk

Ein Mensch sitzt vor einem alten schrankgroßen Computer

März     Kann man unsere kritische Infrastruktur hacken? Ist die Strom- und Wasserversorgung, aber auch das Gesundheitssystem, Leitstände für Kommunikationstechnologie oder Verkehr ausreichend geschützt? Welche Folgen erfolgreiche Cyberangriffe hätten, welche Ressourcen dem Staat zur Verfügung stehen, was alles fehlt und was wir tun können - darüber spricht Ijon, Mitglied der AG KRITIS.

Dieser Zusammenschluss aus ca. 40 unabhängigen Expert*innen, die sich täglich mit kritischen Infrastrukturen beruflich auseinandersetzen, schlagen die Gründung eines zivilen, ehrenamtlichen und rein defensiven Cyberhilfswerk (CHW) vor.

OpSec für Aktive

Februar   Nicht nur äußerst repressive Staaten wie z.B. Syrien oder die Türkei überwachen systematisch ihre Bevölkerungen, auch eigentlich demokratische Staaten setzen zunehmend auf systematische Überwachung. Mit wenigen Klicks ist es heutzutage möglich einen Computer oder ein Telefon zu überwachen und zu kontrollieren. Es gibt eine Vielzahl von Fällen in denen solche abgefangen Daten zu Festnahmen und Haftstrafen bis hin zu Folter von (Menschenrechts-) Aktivist*innen, Journalist*innen und anderen, den Staaten unliebsamen Menschen geführt hat. Zu den staatlichen Akteuren gesellen sich noch Facebook, Google und Co, die jeweils eigene privaten Überwachungsregime sind.

Und was heißt das für mich? Gibt es sichere Computer / Telefone oder sollte ich lieber gar keine Technik mehr einsetzen? Gleichzeitig sind Organisationen wie CADUS und Sea-Watch oder Bewegungen wie Seebrücke und Fridays For Future auf den Einsatz von Technik angewiesen. Wie entscheide ich was sicher ist, und vor wem muss ich mich eigentlich schützen?

Frank Rieger ist u.a. einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs und freut sich darauf, mit den Teilnehmer:innen über Bedrohungslagen und mögliche Maßnahmen dagegen zu debattieren. Was können wir tun, um unsere Daten und Organisationen zu schützen?

Deradikalisierung – Wie umgehen mit IS-Anhänger*innen?

Dezember Der sogenannte Islamische Staat ist militärisch besiegt, aber die Idee lebt in den Köpfen der IS-Kämpfer und ihrer Familien weiter. In den Geflüchtetencamps in Nordostsyrien setzt sich die Radikalisierung der IS-Anhänger*innen fort. Eine vom Krieg traumatisierte Generation von Islamist*innen, so die Befürchtung, wächst heran. Allein 63 minderjährige Deutsche sollen im Camp al-Hol in Nordostsyrien leben, in dem auch CADUS arbeitet.

Viel wird in den letzten Wochen über die Gefahr, die von Rückkehrer*innen und ihrer mitgebrachten Ideologie ausgeht, in den deutschen Medien berichtet. Über den Umgang mit ihnen und den ganzer Bevölkerungsteile in Syrien herrscht überwiegend Ratlosigkeit.

Aber wie kann eine Lösung aussehen? Ist Deradikalisierung der Schlüssel zum Erfolg? Welche Voraussetzungen müssen für eine nachhaltige Therapie gegeben sein? Wie läuft diese ab und ist sie in Deutschland oder Syrien überhaupt umsetzbar?

Wir freuen uns darauf Soraya Mentiply bei Debate! mit diesen Fragen löchern zu dürfen!
Sie ist freie sozialpädagogische Beraterin im Bereich der Deradikalisierung und arbeitet mit zahlreichen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren zusammen. Des Weiteren arbeitete sie bei einer Beratungs- und Anlaufstelle für Extremismusprävention.

Klimakrise, Migration und Gerechtigkeit

Mossul 2017 by Kenny Karpov

November Die Klimakrise ist wesentlicher Bestandteil der globalen Gerechtigkeitskrise. Sie verschärft Armut, soziale Ungerechtigkeit und verfestigt weltweite Ungleichheiten. Was für die Menschen in den Industrieländern als Bedrohungsszenario der Zukunft inzwischen immer näher rückt, ist für viele Menschen auf der Welt schon längst Realität. Heute gibt es Regionen, in denen die Klimakrise durch immer öfter und stärker auftretende Naturkatastrophen zuschlägt. Beispielsweise zerstören ungewöhnlich lang anhaltende Dürren die lokale Landwirtschaft. Diese klimabedingten Schäden führen oftmals dazu, dass Menschen gezwungen sind, ihr zu Hause zu verlassen. Ca. 26,4 Millionen Menschen sind aufgrund von Umwelt- und Naturkatastrophen auf der Flucht, die meisten von ihnen im globalen Süden. Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 diese Zahl auf bis zu eine Milliarde Menschen anwachsen könnte. Die meisten dieser Menschen migrieren innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen, nur wenigen gelingt die Flucht über Grenzen hinweg.

Auch wenn seit mehreren Jahren zunehmend über Klimaflucht gesprochen wird, richtet sich zu wenig Augenmerk auf die Migrant*innen und den Schutz ihrer Rechte selbst. Es mangelt an internationalen Mechanismen die die Menschenrechte und die Unterstützung der Betroffenen absichern. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden wir uns mit der aktuellen Situation bezüglich der Rechte von Klimamigrant*innen beschäftigen, und wir werden genauer beleuchten, welche Forderungen von Betroffenen im Raum stehen. Wie können wir als Akteur*innen im globalen Norden solidarisch sein, und welche Ansätze, Forderungen oder Ideen gibt es für die Arbeit hier vor Ort?

Najda Charaby ist Referentin für internationale Klimapolitik bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Kein Respekt vor unserer Arbeit?

Oktober "Ich habe weder Respekt vor Ihrer Arbeit noch Ihrem Mindset“ - Seit der Veröffentlichung des ZEIT Online Artikels vom 21.08.2019 über eine Ärztin im Einsatz im al-Hol Camp in Nordostsyrien, in dem überwiegend IS-Angehörige und Opfer unterkommen, darunter viele Frauen und Kinder, haben wir zahlreiche Kommentare dazu lesen dürfen. Darunter viele, die diesen Einsatz unterstützen, aber auch einige, die eben diese Art der Hilfeleistung nicht verstehen.

Wo fängt „Menschlichkeit“ an und wo hört sie scheinbar auf? In der neuen Veranstaltung unserer Debate!-Reihe laden wir euch ein, zusammen mit Sebastian Jünemann (CADUS e.V.) und Frank Dörner (lange in der humanitären Hilfe und Seenotrettung aktiv) über die Thematik zu diskutieren.

Perspektiven der humanitären Arbeit in Nordost-Syrien und darüber hinaus

September     Einleitend berichten wir über die Arbeit von CADUS in Nordost-Syrien. Danach wird Saud Al-Zaid die soziale Situation im Nahen Osten unter die Lupe nehmen und sich auf die Frage konzentrieren, was es bedeutet, im Krieg aufzuwachsen:

Millennials at War: Understanding Intergenerationality in Middle East Conflict Zones
There are basic paradigms utilized in simplifying the Middle East, the famous ones being Sunni/Shia, Nationalist/Islamist, Arab/Persian, etc. These descriptions tend to be static, putting a seemingly timeless and essentialist stereotype to understand complicated groups of people. This talk introduces NGO workers in Middle East conflict zones to the differences in intergenerational life-stories, adding the dimension of time within the context of identity and potential self-understanding.

Humanitäre Hilfe in einem vergessenen Land

August     "Was wünscht du dir für die Menschen in diesem Land?"
Während seines Aufenthalts in der Zentralafrikanischen Republik hat Marcel, Mitarbeiter bei Ärzte ohne Grenzen, vier Interviews mit humanitären Helfer*innen (ein Chirurg, ein Krankpfleger, eine Projektkoordinatorin und ein Facility Manager) geführt und ihnen allen diese Frage gestellt. Die Antwort war immer die gleiche: "To have a real peace". In der Zentralafrikanischen Republik herrscht seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Die Zivilbevölkerung lebt in konstanter Angst. Von den circa viereinhalb Millionen Einwohnern sind nach Schätzungen des UNHCR mehr als eine Million innerhalb oder außerhalb des Landes auf der Flucht. Seit Februar 2019 ist ein Friedensabkommen in Kraft getreten. Doch zeigte sich seitdem bereits mehrfach, wie trügerisch dieser Frieden ist.


Marcel-Philipp Werdier arbeitet bei Ärzte ohne Grenzen im Bereich der digitalen Kommunikation. Mit Kamera und Smartphone ausgerüstet, besuchte er im Februar dieses Jahres einige Projekte der humanitären Nothilfe-Organisation im Land. Insbesondere in Boguila, im Norden des Landes, sammelte er Eindrücke und Interviews. In seinem Vortrag berichtet der gelernte Journalist von Menschen, die schier Unvorstellbares auf sich nehmen, um medizinische Unterstützung zu erhalten. In einer Mischung aus Vortrag und Reisebericht, Fakten und persönlichen Eindrücken geht es an diesem Abend um humanitäre Hilfe in einem von vielen vergessenen Land.

Mit dem Emergency Medical Team in Mosambik

Juli     David Mühlfeld (Notfallsanitäter) und Joel Velimsky (Logistiker) waren im Frühjahr 2019 mit dem „Emergency Medical Team 1 Mobil“ (EMT 1) der Johanniter Auslandshilfe nach dem Zyklon Idai im Einsatz in Mosambik. In unserer Reihe „Debate! Humanitarian Aid“ berichten sie uns über ihre Erfahrungen vor Ort.

Wir von Cadus sind ganz besonders gespannt auf diesen Vortrag, da wir aktuell an der Aufstellung unseres eigenen EMT 1 Mobil für schnelle Einsätze in Katastrophengebieten arbeiten. Uns interessiert, was in Mosambik gut gelaufen ist, und bei welchen Fragestellungen wir vielleicht einen anderen Weg gehen sollten. Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion, und wie immer steht unser Makerspace bereit, um Ideen aus der Erfahrung mit humanitärer Arbeit in Projekte umzusetzen.

Medizingeräte für alle! Vitalparameter messen im Krisengebiet mit dem Open Source Projekt remo2hbo

Juni     Der Life Sensor – das ist robustes, reparierbares und preiswertes Vitalparameter-Monitoring als Open Source Lösung. Seit zwei Jahren wird an den Berliner Hochschulen HTW und BeuthHS und im Cadus Crisis Response Makerspace dazu geforscht, gelötet, programmiert, und dokumentiert. Hier entsteht eine Alternative zu den herkömmlichen, an ökonomischen Aspekten ausgerichteten Geräten, die sowohl in infrastrukturschwachen Gebieten als auch in der humanitären Hilfe immer wieder Probleme bereiten.
An diesem Abend berichten wir euch von der Notwendigkeit von Innovationen wie dem Life Sensor, auf was für Herausforderungen wir bei der Umsetzung gestoßen sind, und wie es damit weitergeht. Wir sind gespannt auf eure eigenen Ideen und Anregungen zu dem Thema, und ihr seid herzlich eingeladen, selbst Teil des Projekts zu werden.

Offene Geodaten im Einsatz

Mai     Das OpenStreetMap-Projekt ist die weltweit größte Datenbank an frei verwendbaren Geoinformationen. Das Projekt erlaubte bisher über einer Millionen Menschen gemeinsam eine weltweite digitale Karte zu erstellen. Besonders verwundbare Stellen können so aus humanitären Motivationen erfasst und deren Daten im Einsatz verwendet werden.

Felix (https://felix.delattre.de) arbeitet für das Humanitarian OpenStreetMap Team, ein gemeinnütziger Verein, welcher die Brücke zwischen der OpenStreetMap community und Hilfsorganisationen schlägt. Der Vortrag wird einen Einblick geben wie OpenStreetMap in diesem Kontext eingesetzt wird. Nach dieser Einführung geht der Vortrag in eine offene Gesprächsrunde über.

"Was geht bei Cadus?" - Berichte aus dem Maschinenraum

April     Zwischen „mal im Makerspace sein“ und Vollzeit bei Cadus abhängen tun sich zwangsläufig immer wieder Kommunikationslücken auf. Deswegen als Einstieg in unsere Donnerstagsreihe ein Bericht aus dem Maschinenraum. Wo steht Cadus, was ist das neue Projekt in Syrien, was steht im Irak an, wo stehen wir mit der EMT-Klassifizierung, was wollen wir als Cadus in Zukunft so erreichen. Deepdive in die Cadus-Operations und die Planungen für 2019, und natürlich auch Diskussion darüber, wie wo wann sich alle beteiligen können.