{"id":7633,"date":"2023-02-27T18:37:00","date_gmt":"2023-02-27T18:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cadus.madways.de\/unkategorisiert\/als-teamlead-in-der-ukraine\/"},"modified":"2023-02-27T18:37:00","modified_gmt":"2023-02-27T18:37:00","slug":"als-teamlead-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cadus.org\/artikel\/als-teamlead-in-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Als Teamlead in der Ukraine: Einblick in den Einsatz"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce_text block\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><strong>&#34;Ich arbeite seit 2006 immer wieder in Kriegs- und Krisengebieten in der humanit\u00e4ren Hilfe. Aber der Einsatz hier hat mich gepr\u00e4gt wie wenige andere.&#34;<\/strong><br \/><strong>Thorsten, seit Juni 2022 f\u00fcr uns als Teamlead in der Ukraine, schildert seine pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke aus den Eins\u00e4tzen vor Ort.<\/strong><\/p>\n<p>Mein Name ist Thorsten und ich bin seit Juli 2022 bei CADUS als Teamlead in der Ukraine. Ich habe mit CADUS als medical volunteer im April in der Ukraine angefangen und mich dann dazu entschlossen, dass ich weiter in der Entwicklung des Einsatzes involviert sein m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Als ich gefragt wurde, einen Blogeintrag zum Jahrestag zu schreiben, habe ich leichtsinnig zugesagt und seitdem dar\u00fcber nachgedacht, was ich schreiben soll. Die letzten Monate waren sehr intensiv f\u00fcr mich, sehr viel ist passiert und unser Einsatz hier als auch die Dynamik des Krieges haben sich stetig ver\u00e4ndert. W\u00e4hrend wir am Anfang vor allem im Westen gearbeitet haben und ein Gro\u00dfteil unserer Eins\u00e4tze Evakuierungen von verletzten und erkrankten Menschen \u00fcber die Grenze nach Polen und dann zur Weiterversorgung in die EU waren, hat sich unser Fokus seit dem Sp\u00e4tsommer stark verschoben.<\/p>\n<p>Inzwischen sind wir in Dnipro und arbeiten sehr eng mit lokalen NGOs und dem ukrainischen Gesundheitssystem zusammen. Das hat die Arbeit und meine Sichtweise auf den Konflikt und die ukrainische Gesellschaft nachhaltig ver\u00e4ndert. Wir f\u00fcllen jetzt L\u00fccken die uns erst bewusst geworden sind durch den engen Austausch mit lokalen Partnern, trainieren lokale NGOs die Evakuierungen von der Frontlinie durchf\u00fchren und dort humanit\u00e4re Hilfe leisten und Kliniken betreiben. Wir tun unser Bestes um den Rettungsdienst im Osten zu entlasten und speziell auch medizinisch komplexe Transporte durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Ein Meilenstein war sicherlich die Fertigstellung des der <a href=\"de\/blog\/artikel\/micu-vom-reisebus-zum-medizinischen-nightliner\">MICU<\/a>. Unser Mobile Makerspace hat hier unglaubliches geleistet und ich m\u00f6chte jedem und jeder danken, die ihre Freizeit und Herzblut in das Projekt gesteckt haben. <\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte hier noch weiter von den Erfolgen und Herausforderungen der Arbeit hier schreiben, aber ich m\u00f6chte auch die M\u00f6glichkeit nutzen, um ein paar pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke zu schildern: <br \/>Ich arbeite seit 2006 immer wieder in Kriegs- und Krisengebieten in der humanit\u00e4ren Hilfe. Aber der Einsatz hier hat mich gepr\u00e4gt wie wenige andere. Es gab viele Momente wahnsinniger Frustration, emotional schwierige Momente, wenn man das Gef\u00fchl hat, nicht alles Menschenm\u00f6gliche zu tun um das Leiden zu lindern oder man einfach \u00fcberw\u00e4ltigt ist von der Sinnlosigkeit der Gewalt dieses Konfliktes. Aber je l\u00e4nger ich hier arbeite, je enger und effektiver unsere Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird, desto mehr entwickelt sich das Gef\u00fchl, das wir unseren kleinen Beitrag leisten, einen Unterschied f\u00fcr einige Menschen zu machen. <\/p>\n<p>Die ukrainische Zivilgesellschaft ist unglaublich. Die Menge an lokalen Gruppen und die Solidarit\u00e4t mit den Menschen die direkt vom Krieg betroffen sind ist beeindruckend. Der Mut, den viele zeigen um das Leiden direkt in den umk\u00e4mpften Gebieten zu lindern hat mich teilweise \u00fcberw\u00e4ltigt. Und trotz aller Herausforderungen, den langen Arbeitstagen, der emotionalen Belastung kann ich mir im Moment keinen besseren Job w\u00fcnschen. Ich habe unglaubliche Menschen kennenlernen d\u00fcrfen, sowohl bei CADUS aber vor allem hier in der Ukraine. Und ich bin froh, viele inzwischen Freunde nennen zu d\u00fcrfen und in der Lage zu sein, ihnen in dieser wahnsinnig schwierigen Zeit zu helfen. <\/p>\n<p>Der Krieg hier hat schon 2014 begonnen, die Invasion vor einem Jahr markiert f\u00fcr viele Menschen hier in der Ostukraine nur eine weitere Eskalation. Wir d\u00fcrfen nie vergessen, was Krieg bedeutet und welches Leid er \u00fcber Menschen bringt. \u00dcberall auf der Welt. Nicht nur hier.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"info\">Ver\u00f6ffentlicht: <time datetime=\"2023-02-27T17:06:00+01:00\">27.02.2023<\/time><br \/>Verfasser*in: Thorsten <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ich arbeite seit 2006 immer wieder in Kriegs- und Krisengebieten in der humanit\u00e4ren Hilfe. 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