{"id":7746,"date":"2022-11-09T14:21:00","date_gmt":"2022-11-09T14:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cadus.madways.de\/unkategorisiert\/rettungsdienst-im-krisengebiet\/"},"modified":"2022-11-09T14:21:00","modified_gmt":"2022-11-09T14:21:00","slug":"rettungsdienst-im-krisengebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cadus.org\/en\/artikel\/rettungsdienst-im-krisengebiet\/","title":{"rendered":"Rettungsdienst im Krisengebiet"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce_text block\">\n<p><strong>Dnipro, Millionenstadt \u00fcber 1800 Kilometer von Berlin, fast 500 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew: Vier bis sechs CADUS-Medics sind dort seit August im Wechsel im Einsatz. Mit bis zu vier eigenen Ambulanzfahrzeugen f\u00fchren sie seither Transporte Schwerverletzter aus der Region im Osten (ca. 100 km von Saporischschja) in den Westen der Ukraine durch; dort ist die Versorgungslage besser und n\u00f6tigenfalls k\u00f6nnen Patient*innen von dort weiter ins Ausland verlegt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Von Dnipro aus f\u00fchren die Eins\u00e4tze unser Team auch immer wieder in Frontn\u00e4he, in den sogenannten Frontbogen nicht weit von Donezk. In vielen Orten dort sind kleine Krankenh\u00e4user v\u00f6llig \u00fcberlastet mit der Behandlung verletzter Soldat*innen und Zivilist*innen, das Personal ist entsprechend belastet und eine langfristige Versorgung von Schwerverletzten nahezu unm\u00f6glich. Umso wichtiger ist die Verlegung von Patient*innen in den Westen.<\/p>\n<p><em><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/rettungsdienst-im-krisengebiet-25959312-FCAD-4CA2-ADAD-0A4EF74D46E5-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"1280\"\/><br \/><\/em><em>Patientenversorgung mit dem Smartphone: die Bilder des Ultraschallger\u00e4ts werden direkt auf dem Handy wiedergegeben. Foto: CADUS<\/em><\/p>\n<h4>MedEvac Ukraine<\/h4>\n<p>Im M\u00e4rz planten wir zun\u00e4chst einen Einsatz als \u201eEmergency Medical Team\u201c, um vor allem mit unseren bisherigen Kernkompetenzen Kriegsbetroffenen helfen zu k\u00f6nnen und eher allgemeinmedizinische Versorgung von Gefl\u00fcchteten anzubieten. Relativ schnell haben wir dann unser urspr\u00fcngliches Einsatzszenario bedarfsgerecht angepasst, indem wir auf Anfragen der \u00f6rtlichen Gesundheitsbeh\u00f6rden und der WHO reagierten: Der notwendigste Bedarf sei die Evakuierung von schwerverletzten Patient*innen aus der Ukraine. Die Fachbezeichnung f\u00fcr solche \u00dcberf\u00fchrungen: \u201eMedEvac\u201c \u2013 medical evacuation.<\/p>\n<p>Seither haben wir einiges an Aufwand betrieben, um diesen Einsatz zu professionalisieren: Unter anderem haben wir eine Leitstelle f\u00fcr die Koordination aller medizinischen Evakuierungen, die \u00fcber Lwiw stattfinden, etabliert. Dort koordinierten wir acht Organisationen mit insgesamt zw\u00f6lf Ambulanzen, die bisher ca. 700 Patient:innen evakuiert haben. Unsere Schwerpunktaufgabe sind dabei die schwer verletzten und\/oder intubierten Patient*innen, insbesondere auch Spezialtransporte von S\u00e4uglingen und Kleinkindern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/rettungsdienst-im-krisengebiet-5B2FDC5A-53FB-4059-AD32-1AEA9D9A73F1-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"1280\"\/><br \/><em>Die regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle der Fahrzeuge und der Ger\u00e4te, besonders vor einer Einsatzfahrt, ist absolut notwendig. Hier testet unser Team ein Beatmungsger\u00e4t auf seine Funktion. Foto: CADUS<\/em><\/p>\n<h4>Fahrzeuge, Equipment und Trainings<\/h4>\n<p>Aktuell arbeiten wir an der Beschaffung von vielen Ambulanzfahrzeugen f\u00fcr den Einsatz in der Ukraine \u2013 gef\u00f6rdert aus Mitteln des Ausw\u00e4rtigen Amts \u2013 und stellen rund 22 davon Organisationen in der Ukraine zur Verf\u00fcgung. Viele Ambulanzen statten wir au\u00dferdem mit Beatmungsger\u00e4ten aus. Mittlerweile haben wir auch einen umgebauten <a href=\"de\/blog\/artikel\/micu-vom-reisebus-zum-medizinischen-nightliner\">Bus f\u00fcr Patient*innentransporte<\/a> im Einsatz, den wir an lokale Strukturen \u00fcbergeben werden. Damit wird die generelle intensivmedizinische Transportkapazit\u00e4t ukrainischer Rettungsdienste erheblich verbessert, denn Fahrzeuge f\u00fcr Intensivtransporte sind in der Ukraine absolute Mangelware. Zudem bieten wir auch auf die Situation angepasste Trainings f\u00fcr lokale Rettungskr\u00e4fte an, damit die Ger\u00e4te wirkungsvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"button-box ce_rsce_button   -centered\">\n<a class=\"button ce_rsce_button   -centered\" data-icon=\"\uf621\" href=\"de\/spenden\"><br \/>\nJetzt f\u00fcr humanit\u00e4re Nothilfe spenden!\t<\/a>\n<\/div>\n<p class=\"info\">Ver\u00f6ffentlicht: <time datetime=\"2022-11-04T12:04:00+01:00\">04.11.2022<\/time><br \/>Verfasser*in:  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dnipro, Millionenstadt \u00fcber 1800 Kilometer von Berlin, fast 500 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew: Vier bis sechs CADUS-Medics sind dort seit August im Wechsel im Einsatz. 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