{"id":7981,"date":"2021-02-03T13:35:00","date_gmt":"2021-02-03T13:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cadus.madways.de\/unkategorisiert\/2020-das-jahr-der-herausforderungen\/"},"modified":"2021-02-03T13:35:00","modified_gmt":"2021-02-03T13:35:00","slug":"2020-das-jahr-der-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cadus.org\/en\/artikel\/2020-das-jahr-der-herausforderungen\/","title":{"rendered":"2020 &#8211; Das Jahr der Herausforderungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce_text block\">\n<p><strong>Wie ein drohendes Gewitter zog die Corona-Pandemie am Anfang des Jahres 2020 am Horizont auf. Schnell waren weltweit alle Lebensbereiche davon betroffen und auch wir mussten unsere humanit\u00e4re Arbeit der neuen Situation anpassen. Ein Bericht, wie es unseren Projekten im vergangenen Jahr erging und wie wir 2021 nutzen wollen.<\/strong><\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir trotz Corona die Fortf\u00fchrung unserer Projekte sicherstellen und wie k\u00f6nnen wir in der Pandemie helfen?<\/p>\n<p>Diese beiden Fragen haben uns dieses Jahr bei CADUS am meisten besch\u00e4ftigt. Trainings, Veranstaltungen und Versammlungen mussten abgesagt werden oder online stattfinden. Als international t\u00e4tige Organisation sind wir das gemeinsame Arbeiten \u00fcber weite Entfernungen gewohnt, trotzdem war und ist es auch f\u00fcr uns eine Herausforderung, unseren Betrieb weitgehend auf home office umzustellen. Besonders unser Makerspace, der auf die Mitarbeit vieler Supporter*innen angewiesen ist, hat unter den Kontaktbeschr\u00e4nkungen gelitten. Immerhin konnten wir unsere Veranstaltungsreihe \u201eDebate!\u201c online weiterf\u00fchren. Sechs unserer Diskussionsrunden kannst du dank der Unterst\u00fctzung des <a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/c\/cadusdebate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chaos Computer Clubs hier nachschauen<\/a>!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-weight: normal;\"><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/2020-das-jahr-der-herausforderungen-Bildschirmfoto202021-01-2820um2012.17.40.png\" alt=\"\" width=\"800\"\/><em>Ein Debate im xhain, Hack- und Makerspace. Foto: CADUS<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n<p>Die zeitweise Einstellung des internationalen Flugverkehrs und der Verlust von einigen Finanzierungen erschwerten unsere humanit\u00e4re Arbeit. Trotzdem konnten wir uns immer auf unser Netzwerk und die Unterst\u00fctzung unserer Supporter*innen verlassen. Nicht zuletzt dank ihnen k\u00f6nnen wir also auch f\u00fcr 2020 einige Erfolge vorweisen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>COVID-19 Response<\/h4>\n<p>Mit dem Anstieg der Infektionszahlen gab es pl\u00f6tzlich auch eine Gesundheitskrise in Deutschland. F\u00fcr uns alle eine ungewohnte Situation. Um unseren Teil zur Bew\u00e4ltigung beizutragen, wurde unser Makerspace kurzfristig zu dem Logistikzentrum einer <a href=\"de\/projekt\/covid-19-response-gesichtsvisiere\">Gesichtsvisier-Initiative offener Werkst\u00e4tten umfunktioniert<\/a>. Von hier aus wurden 25.000 Visiere an Gesundheitseinrichtungen aller Art und Risikopatient*innen verteilt. Finanzieren konnten wir diese Aktion vor allem mit den Spenden, die durch den Charity Stream #FriendlyDistancing gesammelt wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: normal;\"><span style=\"font-size: small;\"><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/2020-das-jahr-der-herausforderungen-IMAGE202020-04-242012-36-12.jpg\" alt=\"\" width=\"800\"\/><\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: center;\"><span style=\"font-size: small;\"><em>Gesichtsvisiere bereit zur Abholung und Verteilung. <span style=\"font-weight: normal;\">Foto: CADUS<\/span><\/em> <\/span><\/p>\n<p>Wenn aber das Gesundheitssystem im reichen Deutschland schon zusammen zu brechen drohte, wie gef\u00e4hrlich w\u00fcrde die Situation dann erst f\u00fcr Staaten mit l\u00fcckenhafter medizinischer Versorgung und geringeren Ressourcen aussehen, wie zum Beispiel in Nordostsyrien?<\/p>\n<h4>R\u00fcckschl\u00e4ge f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe in NES<\/h4>\n<p>Zuerst aber zu zwei Ereignissen vom Beginn des Jahres, die unter dem Eindruck der Pandemie schnell in den Hintergrund r\u00fcckten, die aber die Versorgung der auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesenen Menschen in Syrien zus\u00e4tzlich erschwerte:<\/p>\n<p>Da waren einerseits die massiven Bombardierungen der Menschen in und um Idlib durch syrische Truppen und ihrer Verb\u00fcndeten, die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen, sowie die humanit\u00e4re Notlage in der sich die<a href=\"de\/blog\/artikel\/menschenrechtsfreie-raeume-idlib-und-die-griechisch-tuerkische-grenze\"> fliehenden Menschen vor der t\u00fcrkischen Grenze befanden.<\/a><\/p>\n<p>Andererseits verabschiedete der UN-Sicherheitsrat bereits am 10. Januar die Resolution 2504. In deren Zuge wurden Grenz\u00fcberg\u00e4nge f\u00fcr humanit\u00e4re G\u00fcter geschlossen und die F\u00f6rderung <a href=\"de\/blog\/artikel\/resolution-rueckschritt\">zahlreicher Hilfsprojekte durch UN-Institutionen eingestellt<\/a>. <br \/>Eines der betroffenen Projekte war unsere Gesundheitsstation in Rakka, die wir im Juni nach zwei Jahren und ca. 60.000 behandelten Patient*innen <a href=\"de\/blog\/artikel\/rakka-ein-abschlusswort\">schweren Herzens schlie\u00dfen mussten<\/a>. Die monatlichen Kosten von 70.0000\u20ac konnten wir nicht alleine aus Spenden finanzieren.<\/p>\n<h4>Corona in Nordostsyrien<\/h4>\n<p>Die bef\u00fcrchtete Corona-Katastrophe ist in Nordostsyrien bisher ausgeblieben. Die Bef\u00fcrchtung, das Virus k\u00f6nnte besonders in den zahlreichen Gefl\u00fcchtetencamps f\u00fcr hohe Opferzahlen sorgen, ist durch die Anstrengungen der lokalen Bev\u00f6lkerung und Gesundheitsstrukturen und mit Unterst\u00fctzung von Hilfsorganisationen nicht Realit\u00e4t geworden<\/p>\n<p>F\u00fcr unser Feldkrankenhaus im Camp al-Hol konnten wir gl\u00fccklicherweise Mitte des Jahres eine Anschlussfinanzierung finden, sodass wir auch 2021 Patient*innen vor Ort behandeln k\u00f6nnen. Au\u00dferdem haben wir Kapazit\u00e4ten zur Behandlung von COVID-19 ausgebaut und das Personal entsprechend geschult.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/2020-das-jahr-der-herausforderungen-IMG_20200808_093113555.jpg\" alt=\"\" width=\"800\"\/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das Feldkrankenhaus in Al Hol wird desinfiziert. <span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Foto: CADUS<\/span><\/span><br \/><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sind wir pr\u00e4ventiv t\u00e4tig geworden: zusammen mit lokalen Partner:innen produzierten wir ca. 8000 Masken. Die Alltagsmasken, die dort ein Luxusgut sind und die sich sonst kaum jemand leisten kann, wurde kostenlos an die Bev\u00f6lkerung verteilt. Aber 8000 reichen uns noch nicht. Mit dem Kauf einer CADUS-Solimaske kannst du drei Menschen in Nordostsyrien mit einer Maske versorgen. <a href=\"https:\/\/black-mosquito.org\/de\/gesichstsmaske-cadus-distel-soli-und-bio.html\">Einfach hier bestellen<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/2020-das-jahr-der-herausforderungen-Collage_masken.jpg\" alt=\"\" width=\"800\"\/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><span style=\"font-size: small;\">Die Masken werden in Nordostsyrien produziert und an die Bev\u00f6lkerung verteilt.<span style=\"font-weight: normal;\">Foto: CADUS<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\">#leavenoonebehind<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch f\u00fcr ein Gefl\u00fcchtetencamp innerhalb Europas stand ein Corona-Ausbruch mit verheerenden Konsequenzen zu bef\u00fcrchten. Das ber\u00fcchtigte Lager Moria auf Lesbos in Griechenland, hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt und mit unzureichender sanit\u00e4rer Versorgung, w\u00e4re ein idealer Verbreitungsherd gewesen. <br \/>Allerdings eskalierte die Lage vorher und Moria brannte im Herbst vollst\u00e4ndig ab. In dieser humanit\u00e4ren Notlage boten wir der griechischen Regierung mehrmals unsere Hilfe an, wurden aber jedes Mal abgelehnt oder ignoriert. Erst im Oktober erhielten wir die Zusage f\u00fcr einen zweimonatigen Einsatz im neuen Camp Kara Tepe 2. Zusammen mit dem Arbeiter-Samariter Bund \u00fcbernahmen wir im Camp die Klinik und damit einen gro\u00dfen Teil der medizinischen Versorgung der Gefl\u00fcchteten. Ein notwendiger Einsatz, der uns aber auch wiedereinmal gezeigt hat, dass eine menschenw\u00fcrdige Unterbringung und dauerhafte Perspektive f\u00fcr die Menschen im Lager unabdingbar sind. Deshalb hei\u00dft es auch 2021: leave no one behind!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: small;\"><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/2020-das-jahr-der-herausforderungen-Collage_Fotor.jpg\" alt=\"\" width=\"800\"\/><em>Unser Arbeitsplatz im Gefl\u00fcchtetenlager Kara Tepe 2. <span style=\"font-weight: normal;\">Foto: CADUS<\/span><br \/><\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>2021 \u2013 der Blick nach vorne<\/h4>\n<p style=\"font-weight: normal;\">Das gilt insbesondere auch f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus Syrien. Vermehrt werden Stimmen in der Politik laut, die Abschiebungen in das vermeintlich sichere Herkunftsland Syrien und eine Normalisierung der Beziehungen mit Assad fordern. F\u00fcr die Syrer*innen, die im arabischen Fr\u00fchling gegen das Regime aufbegehrt haben und in den letzten Jahren des Krieges so viel gelitten haben, ist eine Normalisierung sicherlich nur schwer vorstellbar. <br \/>Wir werden weiterhin in Nordostsyrien engagiert bleiben und zusammen mit unseren Partnern vor Ort an der Verbesserung der medizinischen Versorgung arbeiten. Allen Pandemien und Resolutionen zum Trotz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: normal;\">Intern setzen wir unseren Umstrukturierungs- und Professionalisierungskurs fort, um zuk\u00fcnftig noch effizienter und hoffentlich personalschonender auf Krisen reagieren zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt unter anderem der Ausbau unseres Emergency Medical Teams (EMT) und die Entwicklungsarbeit im Makerspace. Mit der feststehenden Finanzierung eines neuen mobilen Krankenhauses steht auch schon das n\u00e4chste gro\u00dfe Projekt f\u00fcr unser Team in Berlin an.<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie hat die bestehenden globalen Ungleichheiten, insbesondere in der Gesundheitsversorgung, verdeutlicht und verst\u00e4rkt. Auch bei der Verteilung der Impfstoffe zeichnet sich ein Alleingang der reichen Staaten des globalen Nordens ab. Ohne umfassende internationale Solidarit\u00e4t wird diese und werden kommende Pandemien aber nicht zu besiegen sein.<br \/>Genau zu dieser Solidarit\u00e4t werden wir auch 2021 unser m\u00f6glichstes Beitragen und hoffen auch weiterhin auf deine Unterst\u00fctzung bei der Verwirklichung unseres Zieles: <strong>let&#39;s redefine global solidarity!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p class=\"info\">Ver\u00f6ffentlicht: <time datetime=\"2021-01-29T14:18:00+01:00\">29.01.2021<\/time><br \/>Verfasser*in: von Cadus PR <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein drohendes Gewitter zog die Corona-Pandemie am Anfang des Jahres 2020 am Horizont auf. Schnell waren weltweit alle Lebensbereiche davon betroffen und auch wir mussten unsere humanit\u00e4re Arbeit der neuen Situation anpassen. 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