{"id":8527,"date":"2019-01-31T15:56:00","date_gmt":"2019-01-31T15:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cadus.madways.de\/unkategorisiert\/cadus-jahresrueckblick-2018\/"},"modified":"2019-01-31T15:56:00","modified_gmt":"2019-01-31T15:56:00","slug":"cadus-jahresrueckblick-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cadus.org\/en\/artikel\/cadus-jahresrueckblick-2018\/","title":{"rendered":"CADUS Jahresr\u00fcckblick 2018"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce_text block\">\n<p>Liebe Freund*innen und Unterst\u00fctzer*innen,<\/p>\n<p>zuerst einmal: Danke f\u00fcr das aufregende Jahr 2018! Danke f\u00fcr eure Unterst\u00fctzung beim Planen, Konstruieren und Bauen, beim Aufr\u00e4umen, Werben sowie im Einsatz und Danke f\u00fcr eure Spenden! CADUS kann nur mit euch funktionieren. Und weil wir selbst auch schon mal den \u00dcberblick verlieren, was 2018 alles bei uns passiert ist, m\u00f6chten wir das Jahr auf den folgenden zwei Seiten* mit euch Revue passieren lassen. <\/p>\n<p>*Oder du liest dir die Zusammenfassung am Ende des Textes durch.<\/p>\n<p><strong>Gewonnen!<\/strong><\/p>\n<p>Das Jahr 2018 begann f\u00fcr uns mit einem gro\u00dfen Knall, allerdings nicht wegen der B\u00f6llerei an Silvester. Vielmehr war es der gro\u00dfartige Gewinn von 500.000$ bei den WeWork Creator Award Global Finals in New York. Mit dieser R\u00fccklage im Gep\u00e4ck konnten wir das Jahr wesentlich entspannter angehen und uns ganz auf folgende Projekte konzentrieren:<\/p>\n<p><strong>Mobile Hospital und Syrien<\/strong><\/p>\n<p>Im Mai war es endlich geschafft: Nach 2 \u00bd Jahren Planung und Ausbau sowie einem Jahr Einsatz im Irak konnte unser Team mit dem Mobile Hospital den Grenzfluss Tigris \u00fcberqueren. Auf syrischer Seite wartete schon unsere Partnerorganisation Heyva Sor a Kurd (HsaK = Kurdischer Roter Halbmond) als zuk\u00fcnftige Besitzerin und Betreiberin des Mobilen Krankenhauses. Nach sorgf\u00e4ltiger \u00dcbergabe und einem Training an den Fahrzeugen ist das Mobile Hospital jetzt in den H\u00e4nden von HSaK und in einem Refugee-Camp bei Afrin im Einsatz. Vielen Dank nochmal an alle Spender- und Unterst\u00fctzer*innen der letzten Jahre f\u00fcr diesen gemeinsamen Erfolg!<\/p>\n<p>Wir bleiben weiterhin engagiert in Nordsyrien. Seit Juli betreiben wir mit HSaK eine Gesundheitsstation in Raqqa, der ehemaligen Haupstadt des IS-Kalifats. CADUS k\u00fcmmert sich ums B\u00fcrokratische, HSaK behandelt die Patient*innen vor Ort. Bis zum Jahresende wurden dort \u00fcber 17.000 Menschen versorgt, darunter deutlich mehr Frauen und Kinder als erwachsene M\u00e4nner. Der Bedarf an medizinischer Versorgung ist nach wie vor hoch, f\u00fcnf Jahre Krieg und Terrorherrschaft haben ihre Spuren hinterlassen. 2019 wird das Projekt deshalb in die zweite Verl\u00e4ngerung gehen &#8211; sofern uns ein t\u00fcrkischer Angriff auf die Region keinen Strich durch die Rechnung macht. Hoffen wir das Beste&#8230;<\/p>\n<p><strong>Crisis Response Makerspace, Seminare und Networking<\/strong><\/p>\n<p>Von Anfang an gab\u2018s bei CADUS einen Do-it-yourself-Ansatz. Also m\u00f6glichst viel selber machen, lernen, Wissen teilen und zur Verf\u00fcgung stellen. Eine Werkstatt hatten wir bereits f\u00fcr den Ausbau des Mobilen Krankenhauses &#8211; zusammen mit vielen Freiwilligen, die uns w\u00e4hrend der Ausbauphase geholfen haben. <br \/>Warum diese Infrastruktur und die Netzwerke nicht nutzen und einen Makerspace f\u00fcr die humanit\u00e4re Hilfe er\u00f6ffnen? Gedacht \u2013 getan. Wir nutzen mittlerweile die Erfahrungen aus unseren Eins\u00e4tzen, um in unserem stetig wachsenden Crisis Response Makerspace eigenh\u00e4ndig Einsatzmaterial herzustellen und an spezifischen L\u00f6sungen f\u00fcr die humanit\u00e4re Hilfe zu arbeiten. Unser Netzwerk von Freiwilligen unterschiedlichster Hintergr\u00fcnde, Praktikant*innen sowie Hochschulkooperationen unterst\u00fctzt uns dabei.<\/p>\n<p>Wir arbeiten intensiv daran, einerseits all diese Kooperationen auszubauen und andererseits uns selbst weiterzubilden. Dazu haben wir uns 2018 u.a. auf der Re:publica und dem CCC pr\u00e4sentiert, die Makerfair in Nepal besucht und dort Kontakte f\u00fcr zuk\u00fcnftige Projekte gekn\u00fcpft, Fortbildungsseminare zur Sanit\u00e4rversorgung besucht und an einer internationalen \u00dcbung zur Katastrophenhilfe in Armenien teilgenommen.<\/p>\n<p><strong>Emergency Response Balkan<\/strong><\/p>\n<p>Das vergangene Jahr war weiterhin gepr\u00e4gt von den Auswirkungen der gro\u00dfen Fl\u00fcchtlingsbewegungen 2015\/16. Der zunehmende Rechtsruck in Europa und der erschreckend unverantwortliche Umgang mit Gefl\u00fcchteten, am ber\u00fcchtigsten wohl im Mittelmeer, bereiten uns Sorge. Weitgehend unbemerkt geblieben ist allerdings die Situation auf der sogenannten Balkanroute.<\/p>\n<p>Tausende Menschen sitzen in Bosnien-Herzegowina unter katastrophalen Bedingungen fest. Nur die Wenigsten haben legale, beheizte Unterk\u00fcnfte mit Zugang zu Lebensmitteln, sanit\u00e4ren Einrichtungen und medizinischer Versorgung. Viele Gefl\u00fcchtete haben Verletzungen von den Strapazen ihrer Flucht, nicht zuletzt durch gewaltt\u00e4tige Grenzbeamt*innen verursacht.<\/p>\n<p>Wir haben uns entschlossen, diesen Zust\u00e4nden etwas entgegenzusetzen. Innerhalb von zwei Wochen wurde mit Hilfe vieler Freiwilliger in unserem Makerspace ein Lieferwagen zu einer mobilen Behandlungsstation umgebaut. Seit Mitte November sind wir damit in Sarajevo im Einsatz. \u00dcber 1100 Mal ist unser medizinisches Team in sechs Wochen aktiv geworden. Zweimal am Tag stellen wir an einem festen Anlaufpunkt in der Stadt medizinische Erstversorgung zur Verf\u00fcgung, zwischendurch besuchen wir stark geschw\u00e4chte Menschen auch direkt in ihren Unterk\u00fcnften. <\/p>\n<p>Noch bis Ende des Winters wollen wir vor Ort sein. Und stocken noch einmal auf: in zwei Wochen f\u00e4hrt unser eigens ausgebauter Dusch-LKW in den Einsatz nach Bosnien. Denn warme Duschen bedeuten: Aufw\u00e4rmen, weniger infekti\u00f6se Krankheiten und nicht zuletzt ein St\u00fcck W\u00fcrde!<\/p>\n<p><strong>AERU &#8211; Airborne Emergency Respone Unit<\/strong><\/p>\n<p>Schwere Kisten bef\u00fcllt mit Bergungsger\u00e4t, medizinischem Equipment und Einsatzmaterial aus einem Flugzeug m\u00f6glichst zielgenau \u00fcber einem Katastrophengebiet abwerfen? Klingt erstmal ziemlich verr\u00fcckt. Das dachten wir uns auch &#8211; und haben uns an die Planung und Umsetzung gemacht. Der kritische Punkt: die Aufprallgeschwindigkeit. In unserem Makerspace haben wir Kisten von der Decke fallen lassen und verschiedene Sto\u00dfd\u00e4mpfer getestet. Zusammen mit der Humanitarian Pilot Initiative (HPI) aus der Schweiz wurde schlie\u00dflich ein Prototyp entwickelt, den wir in einem realen Probeabwurf getestet haben. Dank der von unserem Projekt schwer \u00fcberzeugten schweizerischen Luftfahrtbeh\u00f6rde erhielten wir nicht nur die Genehmigung f\u00fcr einen einzelnen Test, sondern gleich f\u00fcr eine ganze Serie. Zus\u00e4tzlich steht eine Registrierung als Hilfsorganisation mit Luftabwurfkapazit\u00e4ten bei Erfolg der Testreihe in Aussicht. <\/p>\n<p>Soweit ist es dann doch noch nicht \u2013 aber der erste Abwurf im Sp\u00e4tsommer 2018 war ein voller Erfolg. Punktlandung. Alles heil! Unser Einsatzteam k\u00f6nnte so zuk\u00fcnftig auch in unzug\u00e4nglichen Gegenden schnell mit der Arbeit beginnen. Aber ersteinmal hat die EMT-Zertifizierung f\u00fcr uns Vorrang! Was das ist? Weiterlesen!<\/p>\n<p><strong>EMT-Zertifizierung<\/strong><\/p>\n<p>Syrien, Irak, Seenotrettung \u2013 unsere bisherigen Projekte haben gezeigt, dass auch kleine Organisationen humanit\u00e4re Hilfe auf hohem Standard leisten k\u00f6nnen. Deshalb haben wir uns entschieden, die Sache offiziell zu machen und uns als Emergency Medical Team (EMT) bei der WHO zu zertifizieren. Bisher sind nur wenige gro\u00dfe Organisationen in Deutschland zertifiziert. Wir wollen zeigen, dass auch kleine Organisationen dazu in der Lage sind. <\/p>\n<p>Und wozu das Ganze? Vor allem soll Chaos vermieden werden, wenn im Katastrophenfall hunderte Organisationen aufeinandertreffen. Ein gemeinsamer Standard soll die Zusammenarbeit erleichtern\u00a0 und die Qualit\u00e4t der Hilfeleistung sicherstellen. Der Weg dahin ist allerdings recht aufwendig: ein komplettes Camp f\u00fcr den Einsatz will geplant und ausgestattet sein und ein riesiger Haufen Papierkram wartet auf uns. Aber wir denken, der Aufwand wird sich lohnen. In den kommenden Wochen wollen wir neben der b\u00fcrokratischen Herausforderung mit der konkreten Planung und dem Bau unserer Einsatzkisten im Makerspace beginnen. Daf\u00fcr sind wir auch wieder auf die Unterst\u00fctzung vieler Helfer*innen angewiesen, also schaut doch mal vorbei.<\/p>\n<p><strong>Ausblick 2019<\/strong><\/p>\n<p>Das vergangene Jahr war vollgepackt mit sch\u00f6nen Momenten, Freude \u00fcber abgeschlossene Projekte und neuen Ideen, aber auch mit viel Arbeit, manchmal verzweifelten Momenten angesichts der politischen Lage und gro\u00dfer M\u00fcdigkeit nach durchgearbeiteten N\u00e4chten. Nichtsdestotrotz und ein st\u00fcckweit auch gerade deswegen werden wir 2019 weitermachen.<\/p>\n<p>Wir beobachten die Lage in Rojava sehr aufmerksam und bereiten uns auf einen Einsatz in Reaktion auf einen Vormarsch t\u00fcrkischer Truppen vor, falls diplomatische L\u00f6sungen scheitern sollten. <br \/>Au\u00dferdem haben wir unsere F\u00fchler in Richtung Jemen ausgestreckt. Dort herrschen seit Jahren katastrophalste Bedingungen f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung. Allerdings gestaltet sich der Zugang dorthin noch schwieriger als nach Syrien. <br \/>Aber genau wie f\u00fcr alle anderen Projekte hei\u00dft es: Wir bleiben dran!<br \/>Unsere Emergency Response wird auch 2019 weiterhin in Bosnien aktiv sein und den Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung und Hygiene verschaffen.<br \/>Du kannst uns mit deiner Spende weiterhin dabei unterst\u00fctzen: <br \/>https:\/\/www.betterplace.org\/de\/projects\/61851-cadus-emergency-response<\/p>\n<p><strong>*Zusammenfassung<\/strong><br \/>Das Mobile Hospital haben wir im Mai an unsere Partnerorganisation HSaK \u00fcbergeben, die damit bei Afrin im Einsatz ist. Au\u00dferdem betreiben wir zusammen mit HsaK eine Gesundheitsstation in Raqqa, in der seit Juli \u00fcber 17.000 Patient*innen behandelt wurden.<br \/>In Berlin haben wir unseren Crisis Response Makerspace eingeweiht, in dem mit der Unterst\u00fctzung unseres Netzwerkes Infrastruktur f\u00fcr den Einsatz herstellen und an Innovationen im Bereich der humanit\u00e4ren Hilfe arbeiten.<br \/>Mit unserer Emergency Response sind wir den Winter \u00fcber in Bosnien im medizinischen Einsatz und versorgen dort unter katastrophalen Bedingungen gestrandete Gefl\u00fcchtete. Zus\u00e4tzlich werden wir mit einem eigens umgebauten Dusch-LKW in den Einsatz gehen.<br \/>Erste Testabw\u00fcrfe in der Schweiz f\u00fcr unsere Hilfsg\u00fcterversorgung aus der Luft sind positiv verlaufen. Das Projekt pausiert momentan, wird zuk\u00fcnftig aber wieder aufgenommen werden.<\/p>\n<p>Wir streben eine Zertifizierung als Emergency Medical Team (EMT) bei der WHO an. Voraussetzung ist eine voll funktionsf\u00e4hige Campstruktur f\u00fcr den Einsatz. Deren praktische Planung und Konstruktion beginnt in K\u00fcrze in unserem Makerspace.<\/p>\n<p>2019 werden wir weiterhin in Syrien aktiv sein, mit Blick auf die Angriffspl\u00e4ne der T\u00fcrkei jeweils angepasst an die politische Lage. Au\u00dferdem wollen wir die Lage im Jemen erkunden und gegebenenfalls dort aktiv werden. <br \/>Vielen Dank an alle Helfer- und Spender*innen! F\u00fcr weitere Unterst\u00fctzung sind wir sehr dankbar: https:\/\/www.betterplace.org\/de\/projects\/56993-cadus-supports-support-cadus<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"info\">Ver\u00f6ffentlicht: <time datetime=\"2019-01-16T12:40:00+01:00\">16.01.2019<\/time><br \/>Verfasser*in: CADUS e.V. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Danke f\u00fcr das aufregende Jahr 2018! Danke f\u00fcr eure Unterst\u00fctzung beim Planen, Konstruieren und Bauen, beim Aufr\u00e4umen, Werben sowie im Einsatz und Danke f\u00fcr eure Spenden! CADUS kann nur mit euch funktionieren. 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