{"id":9146,"date":"2017-06-22T20:57:00","date_gmt":"2017-06-22T20:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cadus.madways.de\/unkategorisiert\/gewalt-gegen-frauen-hat-viele-gesichter\/"},"modified":"2017-06-22T20:57:00","modified_gmt":"2017-06-22T20:57:00","slug":"gewalt-gegen-frauen-hat-viele-gesichter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cadus.org\/en\/artikel\/gewalt-gegen-frauen-hat-viele-gesichter\/","title":{"rendered":"Gewalt gegen Frauen* hat viele Gesichter"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce_text block\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"de-DE\">&#8230;und pl\u00f6tzlich f\u00fchlt es sich wieder an wie das finstere Mittelalter. In Russland wurde ein Gesetzentwurf durchgewinkt, der h\u00e4usliche Gewalt entkriminalisiert. Das hei\u00dft, dass es sich nicht mehr um eine Straftat handelt, sondern nur noch um eine Ordnungswidrigkeit. F\u00fcr die gesch\u00e4tzt 600.000 Frauen, die j\u00e4hrlich Gewalt erleben, ein Schlag ins Gesicht. Ihre Unsichtbarkeit wird sich verschlimmern, es gibt au\u00dferhalb Russlands weder Solidarisierungs-Kampagnen auf Facebook noch einen gro\u00dfen Aufschrei.<\/span><\/p>\n<p>Und Russland ist nat\u00fcrlich kein Einzelfall. In Madrid haben Frauen sich in einen Hungerstreik begeben, um Aufmerksam zu erzeugen. Aufmerksamkeit daf\u00fcr, dass durch h\u00e4usliche Gewalt allein im letzten Jahr 44 Frauen in Spanien get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Und auch in Deutschland ist h\u00e4usliche Gewalt etwas, das nach wie vor aus der Mitte der Gesellschaft kommt. 2015 wurden rund 100.000 F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt angezeigt, so offizielle Zahlen des BKA, wobei die Dunkelziffer hier weit h\u00f6her liegen wird.<\/span><\/p>\n<p>Gewalt gegen\u00fcber Frauen* hat viele Gesichter. Es ist keine Privatangelegenheit, sondern ein gesellschaftliches Problem, dass auch so behandelt werden muss- und dazu muss es thematisiert werden. Und zwar laut und \u00fcberall.<\/p>\n<p>Die eigenen vier W\u00e4nde m\u00fcssen Schutzraum sein und bleiben. Doch was ist mit den vielen Frauen*, die auf der Flucht sind oder in Camps leben?<br \/>Laut Angaben von UNHCR sind seit 2011 rund 3 Millionen Menschen aus Syrien in die umliegenden L\u00e4nder gefl\u00fcchtet, 50,5 % davon sind Frauen*. Die meisten leben in Camps im Libanon, in Jordanien oder der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>Die Situation in den drei L\u00e4ndern variiert, die Probleme f\u00fcr Frauen* sind \u00e4hnlich: keinen Zugang zu grundlegender Hygiene, was Zugang zu sauberem Wasser und menstruellen Hygiene-Produkten einschlie\u00dft. Eine unzureichende medizinische Versorgung, die mit steigenden Zahlen von sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten und oftmals keinem Zugang zu Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung einhergeht. Oftmals ist auch die Vor- und Nachsorge schwangerer Frauen nicht gew\u00e4hrleistet. Dazu kommt eine steigende Zahl von sexueller Gewalt als auch die Zunahme von Kinderehen; Bei jeder dritten Hochzeit syrischer Gefl\u00fcchteter in Jordanien ist die Frau minderj\u00e4hrig.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Und auch, wenn die UN den Syrien-Konflikt als gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise des 21. Jahrhunderts benennt, ist die Situation von Frauen* nicht in einem besonderen Fokus, auch, wenn bekannt ist, dass Frauen auf der Flucht einem besonders hohem Risiko ausgesetzt sind. Und deshalb \u00fcberrascht es leider nicht, dass 53% der befragten Frauen in einem Camp in Lybien angaben, dass sie sich nicht sicher f\u00fchlen und bereits an Suizid gedacht haben.<\/p>\n<p>Zugang zu medizinischer Versorgung ist ein Menschenrecht und ein wichtiger Schritt, um die Welt zu einem sicheren Ort zu machen f\u00fcr Menschen aller gender. Wir sind froh, mit unserem \u201eMobile Hospital\u201c dazu beitragen zu k\u00f6nnen, die Situation von Menschen in Krisengebieten verbessern zu k\u00f6nnen. Es ist noch viel zu tun, packen wir`s an!<\/p>\n<p>Zum Weiterlesen \u00fcber die Situation von Frauen in Camps: <a href=\"http:\/\/www.humanityinaction.org\/knowledgebase\/583-the-response-to-syrian-refugee-women-s-health-needs-in-lebanon-turkey-and-jordan-and-recommendations-for-improved-practice\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.humanityinaction.org<\/a><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p class=\"info\">Ver\u00f6ffentlicht: <time datetime=\"2017-03-08T15:20:00+01:00\">08.03.2017<\/time><br \/>Verfasser*in: von Jonas Gr\u00fcnwald <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>..und pl\u00f6tzlich f\u00fchlt es sich wieder an wie das finstere Mittelalter. In Russland wurde ein Gesetzentwurf durchgewinkt, der h\u00e4usliche Gewalt entkriminalisiert. 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