Nothilfe Ukraine

CADUS wurde unmittelbar nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 aktiv. Zunächst unterstützten wir die zivilgesellschaftliche Initiative „Project Nadiya“ an der slowakisch-ukrainischen Grenze durch die Beschaffung und den Transport von humanitären Hilfsgütern.

Nur einen Monat später starteten wir unsere MEDEVAC-Mission in der Ukraine. Neben medizinischen Evakuierungen richteten wir einen mobilen Makerspace ein und entwickelten ein vielfältiges medizinisches Schulungsprogramm.

MEDEVAC

Wir führen medizinische Evakuierungen mit unseren Rettungsfahrzeugen durch.

Zeitraum: seit März 2022

Die Überführung unseres ersten Rettungswagens nach Lemberg im März 2022 markierte den Beginn unserer MEDEVAC-Mission in der Ukraine. Wir führen dort medizinische Evakuierungen durch und koordinierten zunächst auch die MEDEVAC-Einsätze anderer internationaler Organisationen vor Ort. Zusätzlich zu den drei Rettungsfahrzeugen, die wir mit einem lokalen Team in der Ukraine betreiben, haben wir 22 weitere Fahrzeuge und eine Menge medizinischer Ausrüstung, z. B. 75 Beatmungsgeräte, beschafft und an die lokalen ukrainischen Rettungsdienste übergeben.

Ende 2022 haben wir den Schwerpunkt unserer Aktivitäten nach Dnipro verlagert und seit Oktober 2023 führen wir in Zusammenarbeit mit Médecins Sans Frontières/MSF auch Intensivtransporte im Bezirk Donezk durch.

Weitere medizinische Projekte für die Ukraine sind die MICU (Mobile Intensive Care Unit), ein zu einer mobilen Intensivstation umgebauter Reisebus, und die mobile PHC (Primary Health Care), eine mobile Arztpraxis für die medizinische Grundversorgung. Beide Fahrzeuge haben wir in Berlin in unserem Crisis Response Makerspace umgebaut und ausgestattet, dann in die Ukraine transportiert und an Partnerorganisationen übergeben.

Trainings

Schulungskurse für Menschen mit und ohne medizinische Ausbildung.

Zeitraum: seit März 2022

Wir bieten sieben verschiedene Kurse an, um Laien und Fachkräfte in der Ukraine in medizinischer Notfallversorgung zu schulen und damit den Aufbau und die Verbesserung lokaler Rettungsstrukturen zu unterstützen. Bis heute haben über 1.500 Menschen in 11 Städten an den verschiedenen Kursen teilgenommen.

Die medizinischen Versorgungsstrukturen, die bereits vor dem Krieg von Ort zu Ort sehr unterschiedlich waren, wurden spätestens mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 überfordert. Gleichzeitig wollten viele Ukrainerinnen und Ukrainer, lokale Initiativen und Organisationen helfen, diese Lücke zu schließen. Neben Materialien fehlte es den regulären Rettungskräften und Freiwilligen jedoch oft an spezifischen Schulungen, insbesondere im Bereich der Behandlung von Kriegsverletzungen.

Wir haben mit ersten Schulungen zu lebensrettenden Notfallmaßnahmen in der Westukraine begonnen. Mittlerweile bieten wir sieben Kurse zur präklinischen Versorgung an, die von der Versorgung akuter Verletzungen und Erster Hilfe bei Explosionsverletzungen bis hin zum Erlernen von Beatmungstechniken und dem Umgang mit biologischen, chemischen und radioaktiven Gefahren reichen.

Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Wir arbeiten außerdem daran, die Kurse nach dem internationalen Continuing Medical Education Standard (CME) zertifizieren zu lassen, und kooperieren unter anderem mit der Nationalen Medizinischen Universität Ternopil, dem größten medizinischen Ausbildungszentrum der Ukraine.

In Zukunft wird der Schwerpunkt zunehmend auf der Standardisierung der Ausbildung für die Übergabe und dem Train-the-Trainer-Ansatz liegen, damit die Kurse auch vor Ort von unseren Partnern angeboten werden können.

Mobiler Makerspace

Wiederaufbau und Schaffung von Unterkünften.

Zeitraum: Mai bis August 2022

In unserem Crisis Response Makerspace in Berlin haben wir einen mobilen Makerspace auf Basis eines Transporters gebaut und diesen im Mai 2022 in die Ukraine gebracht. Gemeinsam mit mehreren ukrainischen und deutschen Partnerorganisationen haben wir uns am Wiederaufbau der Ukraine beteiligt – mitten im Krieg. Unser Team aus ehrenamtlichen Handwerkerinnen und Handwerkern hat gemeinsam mit lokalen Partnerinnen und Partnern Gebäude als Unterkünfte für Binnenflüchtlinge renoviert. Auch eine Feuerwache und eine Schule wurden wiederhergestellt.

Das Projekt wurde bis August 2022 von der GIZ finanziert. Als die Finanzierung auslief, mussten wir den mobilen Makerspace vorerst zurückholen. Derzeit wird jedoch die Ausrüstung für eine neue mobile Werkstatt in Berlin zusammengestellt, und es laufen Gespräche mit potenziellen neuen Geldgebern. Wir hoffen, dass wir unsere Bemühungen im Bereich des Wiederaufbaus bald fortsetzen können.