Unser Einsatz in Mossul hat begonnen
Veröffentlicht am 22. Juni 2017
von CADUS-PR

Endlich können wir uns wieder mit Neuigkeiten aus dem Mobile Hospital-Projekt bei euch melden.
Unser Team im Irak hat in den letzten Wochen ordentlich Tempo gemacht und bereits konkrete Hilfe geleistet.
Wiederaufbau Kinderkrankenhaus
Als kleines "Sideproject" hat unser Technikteam in den letzten Wochen den Wiederaufbau des größtenteils zerstörten Al Khansa-Kinderkrankenhauses in Ost-Mossul unterstützt. Unsere Technikcrew hat verschiedene Schäden aufgenommen, erste Geräte übergeben (z.B. Autoklaven) und Kontakte zu Herstellerfirmen in Deutschland aufgebaut, um weitere Unterstützung zu aktivieren.
Unser Team verlädt medizinisches Gerät in Berlin für den Transport in den Nordirak. Credits: Christoph Löffler/ CADUS
Der aktuelle Zustand der oberen Etagen des Al Khansa-Krankenhauses. Credits: Fee Baumann/ CADUS
Für die Betreiber*innen des Krankenhauses hatte es eine große Priorität, die Aufzüge wieder in Betrieb zu nehmen, um die Stationen des Krankenhauses in den oberen Etagen belegen zu können. Uns ist es ein großes Anliegen, den Menschen vor Ort unsere Ideen von Hilfe nicht aufzudrücken, sondern in Absprache miteinander Wege zu entwickeln, um die Versorgungslage zu verbessern. Daher haben unsere Techniker*innen trotz begrenzter Ressourcen die Wege beräumt, damit die Aufzüge repariert und wieder genutzt werden können.
Das Mobile Hospital nimmt die Notversorgung in Mossul auf
Das Mobile Hospital fährt diese Woche nach West-Mossul, um dort einen sogenannten TSP, einen Trauma Stabilisation Point, zu errichten. Ein TSP ist kurz hinter den Frontlinien aufgestellt und die allererste Anlaufstelle für Patient*innen, die durch die Kriegshandlungen in Mossul verletzt werden. In Hörweite der Kampfhandlungen wird dort versucht, das Leben der Zivilist*innen zu retten und Schwerverletzte so weit zu stabilisieren, dass sie in das nächstgelegene Krankenhaus transportiert werden können.
Viele Zivilist*innen verlassen die zerstörte Stadt. Credits: Fadel Senna / AFP; some rights reserved
Zum Hintergrund: In Mossul startet gerade eine großangelegte Offensive, um die Altstadt vom IS zu befreien. Hier sind jedoch laut WHO immer noch 180.000 Menschen von den Kriegshandlungen eingeschlossen. Einen eindrücklichen Bericht zur Situation vor Ort gibt es hier:
Leider sind nicht viele Organisationen aktuell bereit, direkt in Mossul zu arbeiten. Noch weniger wollen sich im Westen der Stadt, in unmittelbarer Nähe zur Front, aufstellen. Im Moment gibt es nur vier solcher TSPs, einen von Ärzte ohne Grenzen, einen von NYMedics, zwei von AEM. Das sind viel zu wenige, denn ohne die TSPs kommen nicht viele Patient*innen lebend bis zu den Feldkrankenhäusern außerhalb von Mossul.
Dank unseres mobile Hospitals können wir flexibel auf Veränderungen im Einsatzgebiet reagieren. Deswegen konnten wir der WHO auf ihre kurzfristige Anfrage zur Errichtung eines TSP schnell zusagen. Wir passen das Konzept auf die Situation vor Ort an und werden aus Sicherheitsgründen nicht in Zelten arbeiten, sondern in von der WHO zugewiesenen festen Gebäuden unsere Struktur aufbauen.
24 Stunden Höchstleistung für unsere Teams
Die nächsten Wochen werden hart für das medizinische Team: Der TSP ist rund um die Uhr besetzt und die Umstände in Mossul machen es unmöglich, den Einsatzort für einige Stunden zum Durchatmen zu verlassen.
Dieser Einsatz bedeutet aber auch Höchstleistungen in finanzieller Hinsicht. Der Verbrauch an medizinischem Material ist sehr hoch. Auch wenn wir die Kosten durch gemeinsame Beschaffungen mit anderen Organisationen über die WHO so gering wie möglich halten, benötigen wir trotzdem allein für Medikamente und Verbandsmaterialien ca. 15.000 Euro im Monat.
Unterstütze uns, damit wir in Mossul Verletzte wirkungsvoll versorgen können!
Veröffentlicht:
Verfasser*in: von Jonas Grünwald
Meet our Team: Nastia, Infield Operations Coordinator in der Ukraine
In diesem Interview haben wir uns mit Anastasia Vorobyova, Infield Operations Coordinatior in der Ukraine, unterhalten, um mehr über ihren Werdegang, ihren Alltag vor Ort und darüber zu erfahren, was sie antreibt, ihre unverzichtbare Arbeit fortzusetzen. Sie berichtet von ihrem Weg, von der Leitung einer Sprachschule bis hin zu ihrem Engagement in der humanitären Hilfe, von den Lebensrealitäten in einem Konfliktgebiet und von der unglaublichen Widerstandsfähigkeit der Menschen in ihrem Umfeld.
Die Patient*innen überwachen, während der Himmel dich überwacht
Die medizinische Neutralität wird psychologisch gesehen immer unsicherer. Das rote Kreuz, der Rettungswagen, das Krankenhaus, die OP-Kleidung oder die Tätigkeit als medizinisches Personal stehen normalerweise für Schutz und Neutralität. Unter ständiger Überwachung mag man diese Schutzmaßnahmen zwar rational verstehen, hat aber gleichzeitig das Gefühl, dass die Identifizierbarkeit nicht unbedingt Sicherheit bedeutet.
Hitze – mehr als nur heiß
Lange Hitzeperioden werden durch den Klimawandel zunehmen. Dabei ist Hitze weit mehr als ein Wetterphänomen. Sie betrifft unser gesellschaftliches Zusammenleben, Gesundheit, Umwelt, Politik und ganz konkret auch unsere Einsätze in Krisengebieten – und wird damit zu einer Frage globaler Gerechtigkeit.




