Welcome back, Landy!

Veröffentlicht am 18. December 2023

von CADUS-PR

Unsere Landy-Ambulanz war lange Zeit fester Bestandteil unseres Ukraine-Teams. Foto: Chris Grodotzki/CADUS

Ein motorisierter Mitarbeiter der seit den ersten Stunden unseres Einsatzes in der Ukraine aktiv ist, ist zu uns nach Berlin zurückgekehrt. Ohne unsere Fahrzeuge wären unsere medizinischen Einsatzfahrten nicht denkbar. Für uns ein Anlass unsere Fahrzeuge in einem Beitrag zu würdigen und näher zu beleuchten.

In unseren Einsätzen haben Fahrzeuge von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt. 2016 haben wir das Mobile Hospital aus zwei fast schrottreifen LKW aufgebaut, 2018 für Bosnien einen Transporter in eine mobile Behandlungsstation verwandelt, 2022 folgte eine Intensivstation auf Basis eines Busses und 2023 modelten wir ein ehemaliges Kommandofahrzeug der Polizei zu einer mobilen Arztpraxis um. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Auch in den Einsatz in der Ukraine ab März 2022 starteten wir mit einem Rettungswagen. Wir Angesichts der unklaren Situation vor Ort und in Erwartung von schlechten Straßen und zerstörter Infrastruktur entschieden wir uns für ein bei von der Schweizer Bergwacht aussortiertem Allrad-Fahrzeug.

Ein Blick in den Kofferaufbau: hier werden die Patient:innen durch unser Team versorgt. Foto: CADUS

Der Landy als Arbeitstier

Nach intensivem check up und Auffüllen des medizinischen Equipments fuhr das erste Team los in Richtung Lviv. Dort starteten wir damit Patient*innen aus gefährdeten Gebieten in sichere Krankenhäuser in Polen oder den Westen der Ukraine bringen. Dutzende sogenannte MedEvacs konnten wir mit unserem treuen Landy durchführen. Der Bedarf in der Ukraine war aber so groß, dass wir bald mehr Rettungswagen zur Unterstützung des Landys nachzogen und zeitweise vier weitere Ambulanzen von uns im Einsatz waren.

Tapfer hat unser motorisierter Mitarbeiter Kilometer um Kilometer in diesem riesigen, umkäpften Land hinter sich gebracht. Doch wie bei allen Gebrauchtfahrzeugen kann es zu unerwarteten Schäden kommen. Noch dazu unter so anspruchsvollen Bedingungen wie in der Ukraine. Mehrere Male mussten wir unsere Fahrzeuge vor Ort reparieren lassen. Herausfordernd für die Einsatzplanung, zum Glück aber meist mehr oder weniger schnell behebbar.

Unser Landy bei einer Einsatzfahrt im April 2022. Foto: CADUS

Als Teil der Rettungskette in der Ukraine hat unser RTW-Landy zusammen mit den Fahrzeugen vieler anderer Organisationen Patient:innen aus dem Osten der Ukraine in Sicherheit gebracht, die mit einem Hospital-Zug evakuiert wurden. Foto: CADUS

Landy vs. Panzersperre

Bis zu dem Zeitpunkt, als unsere Landy-Ambulanz im Dezember 2022 nachts bei schlechter Sicht mit einer Panzersperre kollidierte. Für unsere menschlichen Team-Mitglieder ging es glücklicherweise glimpflich aus. Dem gesamtem Team rief dieser Unfall aber nochmal ins Gedächtnis, dass neben dem grundsätzlichen Risiko im Kriegsgebiet auch die scheinbar alltäglichen Gefahren nicht verschwinden. Tatsächlich ist für humanitäre Helfer*innen der Verkehr im jeweiligen Land eine der Hauptursachen für Verletzungen und Todesfälle.

Die Reparatur nach dem Unfall konnten wir mithilfe unserer Spender*innen finanzieren. Danke, danke, danke! Foto: CADUS

Bei diesem Unfall hatte es nur unseren motorisierten Mitarbeiter übel erwischt. Die rechte Front war komplett zerstört, die Radaufhängung demoliert und die Vorderachse angeknackt. Der Landy wurde zwar noch in der Ukraine zusammengeflickt, aber immer weniger von uns genutzt. Für die Dauerbeanspruchung auf den weiten Strecken ist er einfach nicht ausgelegt und für den Transport von Intensivpatienten bietet er zu wenig Platz für das nötige Equipment und Personal.

Die Fahrzeugpflege und -instandhaltung gehört auch während des Einsatzes dazu. Hier wird allerdings ein Kollege des Landys gereinigt. Foto: CADUS

Schlussendlich zogen wir ihn ganz aus der Ukraine ab. Angekommen in Berlin spendierten wir zum Dank eine neue Lackierung und für eine einfachere Identifizierung als Rettungswagen. Gerade in Kriegsgebieten ist die Erkennbarkeit als medizinisches Fahrzeug ein wichtiger Sicherheitsfaktor: zumindest auf dem Papier sind sie durch internationales Recht vor Angriffen geschützt.

Mit neuem Lack auf zu neuen Taten. Nur die Nieten-Narbe über dem rechten Vorderrad zeugt noch von dem Unfall. Foto: CADUS

Trotz der Lackierung kann man dem Landy seinen Einsatz ansehen, die große Narbe vom Unfall prangt noch gut sichtbar an der Front. Das hält unseren Mitarbeiter auf vier Rädern aber nicht davon ab nach einer intensiven Wartung wieder bereit für neue Einsätze zu sein.

Die nächste Krise kommt leider bestimmt. Aber wir sind vorbereitet.

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Welcome back, Landy!

Veröffentlicht am 18. December 2023

von CADUS-PR

Unsere Landy-Ambulanz war lange Zeit fester Bestandteil unseres Ukraine-Teams. Foto: Chris Grodotzki/CADUS

A motorized employee who has been active in Ukraine since the first hours of our mission has returned to us in Berlin. Without our vehicles, our medical emergency trips would be inconceivable. An occasion for us to pay tribute to our vehicles in an article and take a closer look at them.

Vehicles have played an important role in our operations right from the start. In 2016, we built the mobile hospital from two almost scrap-ready trucks, in 2018 we transformed a van into a mobile treatment unit for Bosnia, in 2022 we built an intensive care unit based on a bus and in 2023 we converted a former police command vehicle into a mobile medical practice. To name just a few examples.

We also started the mission in Ukraine from March 2022 with an ambulance. In view of the unclear situation on the ground and in anticipation of poor roads and destroyed infrastructure, we opted for a four-wheel drive vehicle from the Swiss mountain rescue service.

A look inside the box body: this is where the patients are cared for by our team. Photo: CADUS

The Landy as a workhorse

After an intensive check-up and replenishment of medical equipment, the first team set off in the direction of Lviv. There we started to bring patients from endangered areas to safe hospitals in Poland or western Ukraine. We were able to carry out dozens of so-called MedEvacs with our trusty Landy. However, the need in Ukraine was so great that we soon had more ambulances to support the Landy and at times four more of our ambulances were in use.

Our motorized employee has bravely covered kilometer after kilometer in this huge, encircled country. However, as with all used vehicles, unexpected damage can occur. Especially under such demanding conditions as in Ukraine. We had to have our vehicles repaired on site several times. Challenging for operational planning, but fortunately usually more or less quickly remedied.

Our Landy on a mission in April 2022. Photo: CADUS

As part of the rescue chain in Ukraine, our RTW-Landy, together with the vehicles of many other organizations, brought patients from eastern Ukraine to safety who were evacuated by hospital train. Photo: CADUS

Landy vs. armored barrier

Until our Landy ambulance collided with an anti-tank barrier at night in December 2022 in poor visibility. Luckily, things ended on a happy note for our human team members. However, this accident reminded the entire team once again that, in addition to the fundamental risk in a war zone, the seemingly everyday dangers do not disappear. In fact, traffic is one of the main causes of injury and death for humanitarian aid workers in each country.

We were able to finance the repairs after the accident with the help of our donors. Thank you, thank you, thank you! Photo: CADUS

Only our motorized employee was badly hit in this accident. The right front was completely destroyed, the wheel suspension demolished and the front axle cracked. The Landy was still being patched up in the Ukraine, but we used it less and less. It is simply not designed for continuous use over long distances and offers too little space for the necessary equipment and personnel for the transportation of intensive care patients.

Vehicle care and maintenance is also part of the job during the assignment. Here, however, a colleague of the Landy is being cleaned. Photo: CADUS

In the end, we withdrew him from Ukraine altogether. When we arrived in Berlin, we gave the vehicle a new paint job as a thank you and to make it easier to identify as an ambulance. In war zones in particular, recognizability as a medical vehicle is an important safety factor: at least on paper, they are protected from attack by international law.

New paint for new deeds. Only the rivet scar above the right front wheel bears witness to the accident. Photo: CADUS

Despite the paintwork, you can see the Landy’s use, the large scar from the accident is still clearly visible on the front. But that doesn’t stop our four-wheeled employee from being ready for new assignments after intensive maintenance.

Unfortunately, the next crisis is bound to come. But we are prepared.

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