Abschiebung unserer Mitarbeiter*innen aus der Türkei

Veröffentlicht am 22. Juni 2017

von CADUS-PR

Plötzlich war der Einsatz beendet, ohne überhaupt richtig angefangen zu haben. Vier unserer Crew-Mitglieder waren am 15.3.2017 auf dem Weg nach Erbil, zu unserem „Mobile Hospital“, um dringend benötigte medizinische Soforthilfe zu den Menschen in den Nordirak zu bringen.

Über Istanbul sollte es nach Erbil gehen, doch schon im Transit-Bereich in Istanbul war die Reise zu Ende. Stattdessen wurden die Vier in Gewahrsam genommen und 16 Stunden festgehalten. Sie wurden durchsucht und in einer Verhörsituation befragt. Die mobilen Telefone wurden konfisziert und ausgewertet, ein Anruf wurde nicht gestattet und auch sonst gab es keine Chance, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen.

Als unsere Crew dann nicht wie vereinbart in Erbil aus dem Flugzeug stieg, machten wir uns auf die Suche-  weder das Auswärtige Amt, noch das Deutsche Konsulat in Ankara wussten Bescheid. „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“, so lautete dann letzten Endes die Begründung, die eine direkte Abschiebung nach sich zog- zurück nach Berlin. „Wir wurden behandelt, wie Kriminelle“ so die Beschreibung unserer Crew. Das die türkische Regierung humanitäre Arbeit in der Region Nordirak beeinträchtigt oder unterbindet ist nicht neu. Das erleben wir seit 2014. Aber dass uns nun selbst auf dem Weg zu humanitärer Hilfe in den Nordirak solche Steine in den Weg gelegt werden ist eine neue Qualität der Willkür. Um nicht noch mehr Schaden zu riskieren, haben wir gewartet, bis unsere LKWs durch den türkischen Zoll freigegeben waren, bevor wir jetzt an die Öffentlichkeit gehen.

Mittlerweile ist unsere Technik-Crew sicher in Erbil angekommen und bereit, das mobile Krankenhaus in Betrieb zu nehmen. Jetzt warten wir noch auf die letzten offiziellen Unterschriften, damit wir die ersten Patient*innen behandeln können.

Zugang zu einer medizinischen Versorgung sollte niemals verhindert werden, politische Interessen auf den Rücken der Schwächsten auszutragen ist einfach nur widerlich.

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