Meet the Team: Henryk
Veröffentlicht am 1. Juni 2018
von CADUS-PR

Wie bist du Teil von CADUS geworden und was ist dein beruflicher und persönlicher Hintergrund?
Mein Name ist Henryk Pich, ich bin 42 Jahre alt und arbeite als Anästhesist und Intensivmediziner in einer Universitätsklinik in Deutschland. Ich war im vergangenem Jahr mit CADUS im Nordirak, um Nothilfe im Rahmen der Kämpfe gegen den IS in Mosul zu leisten. Meine Kolleg*innen von CADUS haben im vergangenem Jahr fantastische Arbeit an einem Trauma Stabilisation Point in Mosul geleistet und vielen Iraker*innen, die direkt von den schweren Kämpfen betroffen waren das Leben gerettet. Als ich kam, waren die Kämpfe um Mosul vorbei, deshalb war ich in einem Flüchtlingslager mit Menschen aus Mosul als Arzt tätig. Dabei haben wir Kontakt zum Khansaa‐Hospital in Mosul, einem großen Kinder‐ und Frauenkrankenhaus, bekommen und dort die Zerstörungen gesehen, die der IS und die Kämpfe in Mosul angerichtet haben. Wir haben damals den Kollegen in Mosul versprochen, ihnen zu helfen und wiederzukommen. Durch die politischen Verwicklungen nach dem Unabhängigkeitsreferendum in der kurdischen Autonomieregion war das etwas schwierig, hat jetzt aber funktioniert und ich konnte Anfang April ein neues Ultraschallgerät als Spende in Mosul überreichen. (Lest den Blogartikel dazu hier)
Wie setzt sich CADUS für das Khansaa Hospital ein?
Das Hauptziel von CADUS war im letzten Jahr die Traumaversorgung von verletzten Menschen in Mosul. Aber auch und gerade nach den Kämpfen in Mosul ist Hilfe beim Aufbau eines gut funktionierenden Gesundheitssystems absolut nötig. Deshalb versucht CADUS seine Kontakte und seine Erfahrungen zu nutzen, um auch die „normale“ Gesundheitsversorgung in Mosul zu unterstützen. Klar war aber auch, es geht nicht nur darum, einfach Technik dorthin zu schaffen, sondern wir wollten auch gern unsere Erfahrungen und unsere Kenntnisse weitergeben und mit den Kolleg*innen in Austausch treten, sie schulen, Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen und Lernprozesse, dort wo sie nötig sind, zu begleiten. Deshalb haben wir die Übergabe des Ultraschallgeräts mit einem kleinen Kurs verbunden und stellen unsere Lehrmaterialien auch in Zukunft per Internet aus der Ferne zur Verfügung.
Was braucht es am dringendsten im Irak?
Ganz klar: Frieden und Sicherheit. Wo es das nicht gibt, kann der Wiederaufbau und vor allem Versöhnung nicht gelingen. Irak ist ein seit Jahren schwer gebeuteltes Land. In den letzten Jahren stand es mehrfach vor dem Abgrund. Damit Vertrauen in den Staat und seine Organe entstehen kann, braucht es Sicherheit. Sicherheit vor den Terrorist*innen des IS, vor Willkür, vor Rache und das Vertrauen, dass es einen Staat gibt, der seine Menschen schützt und für sie sorgt.
Was können wir auf gesellschaftlicher Ebene für den Irak tun?
Das Wichtigste ist es, die Menschen vor Ort nicht zu vergessen, ihre großen Mühen des Wiederaufbaus zu sehen und anzuerkennen. Mosul war im vergangenem Jahr medial stark präsent, vor allem während der Kämpfe im Frühsommer. Die Kämpfe sind vorbei, die Sicherheitslage hat sich deutlich verbessert, nun geht es an den Wiederaufbau. Der Ostteil von Mosul ist wieder eine relativ lebendige Stadt. Die Menschen trauen sich aus den Lagern östlich von Mosul wieder zurück in ihre Stadt. Der Westteil liegt jedoch nach wie vor am Boden. Ein Wiederaufbau wird viel Zeit, Geld und Kraft kosten. Aber gerade diesen Aufbauprozess sollten wir intensiv unterstützen, auch wenn Mosul nicht mehr in den Medien präsent ist. Unsere Spende mag verglichen mit den sonstigen Nöten nur sehr klein sein, aber wir wollen auch zeigen, wir haben Euch nicht vergessen und wir glauben an Euch.
Und wie geht es weiter?
Wir haben viele Pläne. Wir möchten gern den Kontakt ins Khansaa‐ Hospital halten und ausbauen um möglichst zielgerichtet und bedarfsgerecht helfen zu können. Die Kolleg*innen vor Ort sind sehr motiviert und engagiert. Es fehlt allerdings an Geld und Technik. Hier hoffen wir durch unsere Kontakte zu Firmen und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und nicht zuletzt durch Anwerben von Spenden nachhaltig die Situation im Irak und in Syrien verbessern zu können. Und wir sind sehr interessiert, den Wissensaustausch voranzutreiben und nicht nur Technik zur Verfügung zu stellen, sondern auch medizinisches „Know‐How“. Ich habe an meiner Universität sehr viel mit Studierenden und medizinischer Ausbildung zu tun und weiß um die Bedeutung guter medizinischer Aus‐ und Weiterbildung. Diese Strukturen wieder ins Laufen zu bekommen, das würden wir gern unterstützen.
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Meet our Team: Nastia, Infield Operations Coordinator in der Ukraine
In diesem Interview haben wir uns mit Anastasia Vorobyova, Infield Operations Coordinatior in der Ukraine, unterhalten, um mehr über ihren Werdegang, ihren Alltag vor Ort und darüber zu erfahren, was sie antreibt, ihre unverzichtbare Arbeit fortzusetzen. Sie berichtet von ihrem Weg, von der Leitung einer Sprachschule bis hin zu ihrem Engagement in der humanitären Hilfe, von den Lebensrealitäten in einem Konfliktgebiet und von der unglaublichen Widerstandsfähigkeit der Menschen in ihrem Umfeld.
Die Patient*innen überwachen, während der Himmel dich überwacht
Die medizinische Neutralität wird psychologisch gesehen immer unsicherer. Das rote Kreuz, der Rettungswagen, das Krankenhaus, die OP-Kleidung oder die Tätigkeit als medizinisches Personal stehen normalerweise für Schutz und Neutralität. Unter ständiger Überwachung mag man diese Schutzmaßnahmen zwar rational verstehen, hat aber gleichzeitig das Gefühl, dass die Identifizierbarkeit nicht unbedingt Sicherheit bedeutet.
Hitze – mehr als nur heiß
Lange Hitzeperioden werden durch den Klimawandel zunehmen. Dabei ist Hitze weit mehr als ein Wetterphänomen. Sie betrifft unser gesellschaftliches Zusammenleben, Gesundheit, Umwelt, Politik und ganz konkret auch unsere Einsätze in Krisengebieten – und wird damit zu einer Frage globaler Gerechtigkeit.




