
Eine Fallliste hilft dem medizinischen Personal die Übersicht zu behalten. Foto: ©Selene Magnolia
Triage – wen zuerst behandeln?
"Medizinische Hilfe bekommt diejenige Person, die sie am nötigsten hat." Aber wie wird eigentlich entschieden, wer es am nötigsten hat?
Nach einer Bombenexplosion mit vielen Verletzten im Kriegsgebiet, bei Opfern eines Erdbebens, bei Massenkarambolagen auf Autobahnen oder Freitag abends in der überfüllten Notaufnahme im Krankenhaus in Berlin Friedrichshain – überall benutzen Rettungskräfte das System der „Triage“.
Dabei geht es darum, die Patient*innen zu identifizieren, die am dringendsten medizinische Hilfe benötigen und diese zu behandeln. Das Triage-System bringen wir in einem fortlaufenden Training unseren lokalen Mitarbeiter*innen im Feldkrankenhaus im al-Hol Camp bei.
Entwickelt wurde das Konzept, um bei Schadenslagen mit unzähligen Verletzten die knappen personellen und materiellen Ressourcen so aufzuteilen, dass möglichst vielen Menschen geholfen werden kann. Das bedeutet im Ernstfall aber auch, entscheiden zu müssen, wer keine medizinische Hilfe mehr erhält. Dieser Fall tritt ein, wenn es keine Überlebenschance mehr für den*die Patient*in gibt oder die Hilfe unverhältnismäßig viele Ressourcen binden und damit alle anderen Patient*innen benachteiligen würde.
Um innerhalb von Minuten eine Ersteinschätzung, mit mal mehr und mal weniger weitreichenden Konsequenzen, abgeben zu können, bedarf es jahrelanger Erfahrung und die Möglichkeit Patienten-Parameter schnell auswerten und einschätzen zu können. Das gilt für den Katastrophenfall genauso wie für den Alltag in Rettungsdienst und Krankenhaus.
Neben Diensten in der Klinik, absolviert unser medizinische Personal vor Ort deswegen regelmäßig Fortbildungen, in denen die Einschätzung von Patient*innen geübt wird. Das Training ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung der Behandlung von Notfallpatient*innen und eine bessere Kommunikation zwischen dem Personal und anderen Gesundheitseinrichtungen auch über unseren Einsatz hinaus.
Veröffentlicht:
Verfasser*in: von Jonas Grünwald
by CADUS-PR
Das Sterben im Mittelmeer beenden! Cadus startet Operation „Mind ’n‘ Rescue“
Ab sofort wird CADUS als Teil einer internationalen Crew auf dem von der lifeboat gGmbH betriebenen Seenotrettungskreuzer „Minden“ operieren. Damit unterstützen wir die Bemühungen der zivilen Organisationen zur Rettung in Seenot geratener Geflüchteter vor der libyschen und tunesischen Küste.
Pressemitteilung- Zusammenstöße zwischen Polizei und Geflüchteten im Camp Moria auf Lesbos
(Lesbos/Camp Moria) Seit Dienstag ist es im Abschiebelager Moria auf Lesbos zu massiven Zusammenstößen zwischen Geflüchteten und der griechischen Polizei gekommen. Ein medizinisches Team von CADUS war die Nacht vor Ort und hat zahlreiche Menschen mit Brandverletzungen, Knochenbrüchen und Platzwunden versorgt. Jedoch …
Rettungsboote statt Kriegsschiffe! – Neues Boot von Sea-Watch und CADUS in Berlin getauft.
Die Organisationen Sea Watch und CADUS haben heute in Berlin ihre neue Kooperation bekannt gegeben und das neue Rettungsboot „H.E. Thomson" getauft. Taufpate war der syrische YouTube-Star Firas Alshater. Die Projektverantwortlichen machten ihre Kritik am aktuellen Verhalten der EU sowie dem NATO Einsatz vor den …
Newsletter Anmeldung
Bleibe informiert über unsere Einsätze, Veranstaltungen und Themen aus der Humanitären Nothilfe – mit unserem Newsletter!
Ich möchte mich vom Newsletter abmelden.




