Gaza: mindestens 14 humanitäre Helfer*innen durch israelisches Militär getötet
Veröffentlicht am 31. März 2025
von CADUS-PR

In Reaktion auf einen Notruf am 23.03.25 fuhren 15 Personen, in mehreren Teams aus Mitgliedern des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS), des Zivilschutzes und der UN, in ein vom israelischen Militär belagertes Gebiet in Tal al-Sultan im Süden des Gazastreifens, um Verletzte zu evakuieren. Schon kurz nach Fahrtbeginn riss der Kontakt zu den Teams ab. Die Teams kamen unter heftigen israelischen Beschuss und sind in Folge inklusive der Rettungsfahrzeuge verschwunden. Der Angriff fand trotz ihrer klaren Kennzeichnung als humanitäre Helfer*innen und Mediziner*innen und unter Missachtung des internationalen Rechts, dass ihnen besonderen Schutz zuspricht, statt.
Über acht Tage war das Schicksal der Rettungsteams ungeklärt. Gestern dann die schreckliche Gewissheit: die Toten und die Überreste ihrer Fahrzeuge wurden geborgen. Die Leichen sowie die zerstörten Fahrzeuge waren unter Sand begraben. Bis heute wird ein weiteres Teammitglied vermisst.
Wir sind fassungslos über diesen abermaligen Bruch internationalen Rechts von Seiten der israelischen Armee und verurteilen diesen Angriff auf unsere Kolleg*innen auf das Allerschärfste!
Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, den Angriff unabhängig und restlos aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Wir fordern ungehinderten und sicheren Zugang für Rettungsteams, um die letzte vermisste Leiche zu bergen.
Unser Mitgefühl richtet sich an die hinterbliebenen Familien und Kolleg*innen des PRCS, der UN und des Zivilschutzes.
*Titelfoto: Symbolbild, zertörter Rettungswagen von PRCS aus Gaza 2024
Nachtrag vom 20.Mai.2025
Laut israelischen Angaben sollen sechs der getöteten Helfer von PCRS der Hamas angehört haben (1). Beweise wurden von israelischer Seite bisher nicht vorgelegt. (2, 3) Auch nach Angaben der israelischen Armee war die vermeintliche Zugehörigkeit der getöteten Personen den beteiligten Soldat*innen zum Zeitpunkt des Angriffs nicht bekannt. Die betroffenen Personen seien des Weiteren unbewaffnet gewesen. Eine Rechtfertigung des Angriffs leiten somit auch die israelischen Streitkräfte nicht aus dem Umstand der behaupteten Zugehörigkeit zur Hamas ab. (4)
(1) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-rettungskraefte-100.html
(2) https://www.bbc.com/news/articles/cy0xp969n69o
(4) https://www.jpost.com/israel-news/defense-news/article-850769
Die Patient*innen überwachen, während der Himmel dich überwacht
Die medizinische Neutralität wird psychologisch gesehen immer unsicherer. Das rote Kreuz, der Rettungswagen, das Krankenhaus, die OP-Kleidung oder die Tätigkeit als medizinisches Personal stehen normalerweise für Schutz und Neutralität. Unter ständiger Überwachung mag man diese Schutzmaßnahmen zwar rational verstehen, hat aber gleichzeitig das Gefühl, dass die Identifizierbarkeit nicht unbedingt Sicherheit bedeutet.
Hitze – mehr als nur heiß
Lange Hitzeperioden werden durch den Klimawandel zunehmen. Dabei ist Hitze weit mehr als ein Wetterphänomen. Sie betrifft unser gesellschaftliches Zusammenleben, Gesundheit, Umwelt, Politik und ganz konkret auch unsere Einsätze in Krisengebieten – und wird damit zu einer Frage globaler Gerechtigkeit.
Meet our Team: Felix, Head of Finance
Hinter jedem Einsatz im Krisengebiet steht ein Team, das von Berlin aus dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft. Einer davon ist unser Kollege Felix. Seit zwei Jahren ist er bei CADUS, seit über einem Jahr leitet er als Head of Finance unsere Finanzverwaltung. Im Interview erzählt er, wie sein Team und er das deutsche Finanzamt mit der Realität im Kriegsgebiet vereint.




