Meet our Team: Felix, Head of Finance
Veröffentlicht am 11. August 2026
von Jonas Grünwald

Hinter jedem Einsatz im Krisengebiet steht ein Team, das von Berlin aus dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft. Einer davon ist unser Kollege Felix. Seit zwei Jahren ist er bei CADUS, seit über einem Jahr leitet er als Head of Finance unsere Finanzverwaltung. Im Interview erzählt er, wie sein Team und er das deutsche Finanzamt mit der Realität im Kriegsgebiet vereint.
Wie stellst du dich und deine Rolle jemandem vor, der mit deiner Arbeit nicht vertraut ist?
Immer wenn ich versuche, das zu erklären, sage ich ganz gerne den netten Satz: Ich bin in der Mitte zwischen dem deutschen Finanzamt und dem Kriegs- und Krisengebiet. Ich versuche dem deutschen Finanzamt beizubringen, dass die Leute vor Ort oft Besseres zu tun haben, als die Rechnung genau nach den deutschen Rechnungsgesetzen auszustellen. Und ich versuche den Leuten vor Ort beizubringen, dass man das Geld trotz einer Krisensituation nicht einfach undokumentiert ausgeben kann, sondern man Dokumentation braucht.
Da wir es mit unterschiedlich großen Budgets zu tun haben, ob vom Auswärtigen Amt oder von privaten Geldgeber*innen, die vielleicht ihre letzten 10 Euro gespendet haben, schauen wir im Team, dass die Gelder wirklich so verausgabt werden, dass damit humanitäre Hilfe geleistet werden kann.
Wie sah dein Leben vor CADUS aus und wie bist du zu uns gekommen?
Direkt vor CADUS war ich im politischen Bildungskontext in der Finanzverwaltung tätig. Da ging es vor allem um Antisemitismuspräventionsarbeit. Nach dem Kriegsbeginn in Folge des 7. Oktobers 2023 kamen Anfragen von Menschen, die wissen wollten,, wie man die Menschen in den palästinensischen Gebieten unterstützen kann, ohne Gefahr zu laufen, dass das Geld zweckentfremdet wird oder in die falschen Hände fällt. CADUS war einer Kollegin geläufig, ich habe mich dann privat auf der Website weiter informiert und wollte zunächst nur Spenden. Beim Spenden habe ich gesehen, dass CADUS auch jemanden in der Buchhaltung sucht. Dann habe ich nicht nur gespendet, sondern mich auch beworben.
Wie würdest du deine Tätigkeit bei CADUS beschreiben?
Der Arbeitsalltag bei CADUS ist sehr herausfordernd. Die Bedingungen ändern sich ständig. Es kann jederzeit sein, dass man montags ins Büro kommt und übers Wochenende in der Ukraine, in Gaza oder im Sudan irgendwas passiert, was die kompletten Regeln auf den Kopf stellt. Man muss sich dann ein neues System überlegen. Ich bin von der Veranlagung eher der Typ Mensch, der lieber ein bisschen mehr Herausforderung und Stress empfindet, als Woche für Woche einfach vor mich hin zu arbeiten. Es bleibt jeden Tag sehr spannend und das gefällt mir sehr gut.
Du arbeitest ja hier im Berliner Büro. Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen in den Einsatzgebieten konkret aus?
Es gibt tatsächlich viele Berührungspunkte. Wir kümmern uns nicht nur um alles Finanzielle im Hintergrund, sondern wir lösen auch gemeinsam konkrete Probleme, wie man vor Ort mit Finanzflüssen umgeht. In Gaza gibt es zum Beispiel das Problem, dass der elektronische Geldtransfer größtenteils aufgrund von US-Sanktionen geblockt ist. Gleichzeitig ist es super schwierig, Bargeld nach Gaza zu bekommen. Das israelische Militär hat ein Limit von 300 US-Dollar pro Person und Einreise festgelegt. Wenn man dort etwa 15 Menschen mit Lebensmitteln versorgen muss, kommt man mit 300 Dollar natürlich nicht sehr weit.
Was hat dich diese Arbeit über dich selbst gelehrt, das du vor deiner Zeit bei CADUS noch nicht wusstest?
Ich bin sehr viel milder und nachsichtiger mit vielen Dingen geworden. Ich bin sonst sehr leistungsorientiert, und wenn etwas nicht sofort funktioniert, fällt es mir nicht leicht, das hinzunehmen. Seit ich in der Leadership-Rolle bin, fällt es mir leichter, damit umzugehen. Ich habe gelernt, dass nicht immer alle Sachen sofort so laufen, wie ich mir das vorstelle. Und das ist auch in Ordnung so.
Gibt es bei all dem, was auf der Welt passiert, etwas, das dir Hoffnung gibt?
Zu sehen, dass meine Kolleg*innen trotz der Widrigkeiten weitermachen. Das motiviert mich sehr. Meine Kolleg*innen haben einen stressigen Job vor Ort, sind an den Patient*innen dran, im Kriegs- und Krisengebiet. Ihnen zu ermöglichen, dass sie ihren Job gut machen können, das treibt mich jeden Tag an. Der Fortschritt, den wir als Finanzverwaltung im Verlauf des letzten Jahres dabei gemacht haben, motiviert mich. Außerdem zeigen mir unsere Spender*innen jeden Tag, dass es unglaublich viele Menschen gibt, die Haltung und Solidarität zeigen. Und zwar ganz egal, wo auf der Welt Hilfe gebraucht wird.
Die Patient*innen überwachen, während der Himmel dich überwacht
Die medizinische Neutralität wird psychologisch gesehen immer unsicherer. Das rote Kreuz, der Rettungswagen, das Krankenhaus, die OP-Kleidung oder die Tätigkeit als medizinisches Personal stehen normalerweise für Schutz und Neutralität. Unter ständiger Überwachung mag man diese Schutzmaßnahmen zwar rational verstehen, hat aber gleichzeitig das Gefühl, dass die Identifizierbarkeit nicht unbedingt Sicherheit bedeutet.
Hitze – mehr als nur heiß
Lange Hitzeperioden werden durch den Klimawandel zunehmen. Dabei ist Hitze weit mehr als ein Wetterphänomen. Sie betrifft unser gesellschaftliches Zusammenleben, Gesundheit, Umwelt, Politik und ganz konkret auch unsere Einsätze in Krisengebieten – und wird damit zu einer Frage globaler Gerechtigkeit.
Meet our Team: Felix, Head of Finance
Hinter jedem Einsatz im Krisengebiet steht ein Team, das von Berlin aus dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft. Einer davon ist unser Kollege Felix. Seit zwei Jahren ist er bei CADUS, seit über einem Jahr leitet er als Head of Finance unsere Finanzverwaltung. Im Interview erzählt er, wie sein Team und er das deutsche Finanzamt mit der Realität im Kriegsgebiet vereint.



