Auge um Auge, Zahn um Zahn
Veröffentlicht am 13. Februar 2019
von CADUS-PR

Ein Patient mit offensichtlichen Zahnproblemen wird in unserem Behandlungsfahrzeug untersucht. ©Oliver Wolff
Nein, hier geht es nicht um eine biblische Auseinandersetzung. Vielmehr brauchen Geflüchtete in Bosnien Unterstützung bei Augen- und Zahnbehandlungen. Unser Head of Mission Adrian berichtet.
Liebe Unterstützer*innen
Stellt euch vor, ihr seid seit drei Jahren auf der Flucht. Ihr seid in einem fremden Land, sprecht die Sprache nicht, habt nur das bei euch, was ihr an eurem Körper tragt und nun kriegt ihr Zahnschmerzen.
Stellt euch vor ihr lauft durch eine fremde Gegend oder versucht in einer fremden Stadt mit fremden Schriftzeichen einen Ort zu finden. Leider sind aber eure Augen schlecht und bei der letzten Kontrolle haben Polizisten oder Grenzbeamte eure Brille zerstört.
Viele unserer Patienten sind durch langjährige Flucht geprägt – sowohl psychisch als auch physisch. Unser Team in Sarajevo arbeitet unermüdlich daran die medizinische Grundversorgung der Menschen auf der Flucht auf diesem Abschnitt ihrer Reise sicher zu stellen. Ein Bereich, der leider oft vergessen wird, sind die Zähne. Oft kommen Menschen zu uns und klagen über Zahnschmerzen. Wenn wir sie uns dann genauer anschauen ist meistens schnell klar, weshalb es da schmerzt. In etlichen Fällen ist eine schnelle Behandlung notwendig um eine lebensgefährliche Entzündung zu verhindern. Glücklicherweise haben wir einen guten bosnischen Zahnarzt kennengelernt, welcher Arabisch spricht, sich unserer Patienten annimmt und eng mit uns zusammenarbeitet. Eine einfache Behandlung kostet uns dabei etwa 15 Euro pro Zahn.

Zahnprobleme sind bei den Geflüchteten in Sarajevo ein großes Problem. ©Oliver Wolff
Wenn jemanden ohne Brille zu uns kommt, können wir diese Personen zu einem lokalen Optiker schicken, welcher gratis Sehtests durchführt und kostengünstige Brillen anbietet. Sehtest, korrigierte Gläser und Brille kriegen wir für umgerechnet 50 Euro.
Ein von uns überwiesener Patient wird bei der Optiker*in behandelt. ©Oliver Wolff
Unser Team in Sarajevo arbeitet unermüdlich daran die medizinische Grundversorgung der Menschen auf der Flucht auf diesem Abschnitt ihrer Reise sicher zu stellen. Doch leider sind uns in Fällen wie oben beschrieben, die Hände gebunden und wir sind darauf angewiesen unsere Patient*innen an eine*n Zahnarzt*in oder Optiker*in überweisen zu können. Dies kostet natürlich Geld und wir sind auf eure Hilfe angewiesen.
Vielen Dank für Eure Unterstützung und liebe Grüsse aus Sarajevo!
Veröffentlicht:
Verfasser*in: von Jonas Grünwald
Die Patient*innen überwachen, während der Himmel dich überwacht
Die medizinische Neutralität wird psychologisch gesehen immer unsicherer. Das rote Kreuz, der Rettungswagen, das Krankenhaus, die OP-Kleidung oder die Tätigkeit als medizinisches Personal stehen normalerweise für Schutz und Neutralität. Unter ständiger Überwachung mag man diese Schutzmaßnahmen zwar rational verstehen, hat aber gleichzeitig das Gefühl, dass die Identifizierbarkeit nicht unbedingt Sicherheit bedeutet.
Hitze – mehr als nur heiß
Lange Hitzeperioden werden durch den Klimawandel zunehmen. Dabei ist Hitze weit mehr als ein Wetterphänomen. Sie betrifft unser gesellschaftliches Zusammenleben, Gesundheit, Umwelt, Politik und ganz konkret auch unsere Einsätze in Krisengebieten – und wird damit zu einer Frage globaler Gerechtigkeit.
Meet our Team: Felix, Head of Finance
Hinter jedem Einsatz im Krisengebiet steht ein Team, das von Berlin aus dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft. Einer davon ist unser Kollege Felix. Seit zwei Jahren ist er bei CADUS, seit über einem Jahr leitet er als Head of Finance unsere Finanzverwaltung. Im Interview erzählt er, wie sein Team und er das deutsche Finanzamt mit der Realität im Kriegsgebiet vereint.




