Das haben wir 2017 vor

Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,

2016 war ein turbulentes Jahr. Im Sommer und Herbst waren wir mit mehreren Booten in der Ägäis und auf dem Mittelmeer unterwegs und haben tausende Menschen aus Seenot gerettet. Nach vielen Stunden Schweißarbeit steht zum Jahresende endlich das mobile Krankenhaus für Syrien in den Startlöchern. Außerdem konnten wir die medizinische Ausbildung in Nordsyrien größtenteils auf e-learning umstellen.

Mit einem großen Netzwerk an tatkräftigen Unterstützer*innen und der Devise „Do it yourself“ sind wir 2016 weit gekommen. Ein großer Dank an alle!

Was konkret in unseren Projekten dieses Jahr passiert ist und wie es 2017 weitergeht? Hier blicken wir für euch zurück und nach vorne.

 

Seenotrettung – CADUS Search and Rescue geht weiter



Anfang des Jahres hatte sich wenig an der dramatischen Situation auf dem Mittelmeer geändert, von einer sicheren Passage konnte kaum die Rede sein. Daher haben wir uns 2016 auf die Seenotrettung konzentriert. Von März bis Oktober waren wir mit drei Booten im Mittelmeer im Einsatz: Zusammen mit dem Seenotrettungskreuzer „Minden“ waren unsere Teams an der lybischen Küste unterwegs. Dort konnten wir mit unserem Schnellboot, dem RHIB Isabell, den Einsatz verstärken. Vor Lesbos waren mehrere CADUS-Teams zusammen mit den Teams von SeaWatch mit der H.E. Thomsen unterwegs. Und unser Schnellboot Rezai haben wir der baskischen Seenotrettungsorganisation SMH für ihre Einsätze vor Chios zur Verfügung gestellt.

Ohne eure Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen! Dank eurer Spenden konnten wir 2016 drei Boote erwerben, die Reise- und Verpflegungskosten der ehrenamtlichen Teams finanzieren und so tausenden Menschen dabei helfen, ihre Flucht nicht mit dem Leben zu bezahlen.

Für die Crew von CADUS war es eine emotional anstrengende, aber auch sehr schöne Erfahrung, in der Seenotrettung aktiv zu sein - nicht zuletzt durch die intensive Zusammenarbeit mit NGOs wie SeaWatch, LifeBoat und SMH.

Wie der Tag eines Seenotretters aussieht? Erik Gaitzsch war dieses Jahr mit uns vor Lybien unterwegs und hat einen Bericht dazu veröffentlicht: Erlebnisse eines Seenotretters - An der Grenze der Zivilisation

Auch 2017 wird ein hartes Jahr in der Seenotrettung werden. Der Fluchtdruck lässt nicht nach, gleichzeitig versucht die EU die Grenzen weiter dicht zu machen. Es ist zu befürchten, dass die fliehenden Menschen immer gefährlichere Routen in Kauf nehmen werden. Nächstes Jahr konzentrieren wir uns daher auf neue Ansätze der Luftraumüberwachung. Schiffe in Seenot können so schneller ausfindig gemacht und die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen effektiver gestaltet werden. Das neue Projekt ist in Planung – bleibt gespannt, wir halten euch auf dem Laufenden!

 

Mobile Hospital – Medizinische Versorgung für Nordsyrien/ Nordirak in den Startlöchern



Seit über einem Jahr planen wir ein mobiles Krankenhaus, das medizinische Notversorgung in Gegenden in Nordsyrien und dem Nordirak bringen soll. Nach vielen Jahren Bürgerkrieg gibt es dort fast keine medizinische Infrastruktur mehr.

Eine der größten Hürden war es, die Finanzierung im Vorfeld zu sichern. Doch das war nicht so einfach. Ein Grund ist sicherlich, dass vielen die kurdischen Gebiete wegen der schwierigen politischen Lage suspekt sind. Doch auch dort leben Menschen, die ein Recht auf medizinische Versorgung haben.

Also haben wir im Spätsommer gesagt: „Wir machen das jetzt. Wir bringen ein mobiles Krankenhaus nach Nordsyrien, auch wenn wir es komplett selbst bauen müssen.“ Jetzt, zum Ende des Jahres, sind zwei Allradtrucks plus Anhänger fast startklar. Eine Menge Material wartet darauf, verpackt zu werden. Und dank der Zelte, die von More Than Shelters gespendet wurden, haben wir jetzt ein komplettes Krankenhaus am Start, das wir vor Ort innerhalb weniger Stunden aufbauen können.

Das alles wurde mit sehr begrenzten finanziellen Mitteln und einem dafür umso intensiveren Einsatz toller Menschen auf die Beine gestellt. Vielen Dank an alle! Es ist absehbar, dass wir Ende Januar/Anfang Februar endlich mit dem Mobile Hospital starten können.

Das heißt: Endspurt! Endspurt der Bauarbeiten. Endspurt der Sachspendenorganisation. Und auch Endspurt der Spendenwerbung. Was jedoch noch fehlt ist ein Krankenwagen, der wie das Krankenhaus einen Allrad-Antrieb haben sollte. Was wir dafür brauchen sind 15.000 Euro.

Helft uns, unseren Spendenaufruf zu verbreiten. Leitet diese Mail weiter und teilt unser Spendenprojekt! Zusammen bekommen wir hin, was staatliche und nicht-staatliche Organisationen seit Jahren in Nordsyrien vernachlässigen, nämlich tatsächliche Hilfe zu leisten in Gebieten, in denen der Fluchtdruck entsteht.
Spenden und Infos hier: http://www.mobile-hospital.org

Und wie es 2017 weitergeht? Wir sind schon dabei, das Konzept für das Mobile Hospital 2.0 auszuarbeiten...

 

Paramedic-Ausbildung – Medizinisches Personal für Syrien



Seit Ende 2015 ist es extrem schwierig geworden, Leute über die Grenze nach Syrien zu bringen, so dass wir die medizinische Ausbildung vor Ort nicht fortsetzen konnten. Leider fehlt es im Nordirak und in Syrien aber nach wie vor an medizinischem Fachpersonal. Dabei ist die Idee der ersten kurdisch-arabischen e-Learning-Plattform entstanden. Der große Vorteil: Über Lehrvideos und Mitschnitte von Lehrveranstaltungen kann ein Lehrbetrieb unabhängig von politischen Veränderungen aufrechterhalten werden.

Die letzten Monate haben wir genutzt, um eine entsprechende Plattform zu erwerben und ein Netzwerk aus Ärzt*innen aufzubauen, die das Projekt fachlich begleiten. Nächstes Jahr soll es mit dem Ausbildungsprogramm richtig losgehen.


Wir sind begeistert, wie viel wir gemeinsam mit euch 2016 in Bewegung gebracht haben! Und wir hoffen, dass wir auch 2017 da sein können, wo aktive Hilfe dringend benötigt wird. Mit eurer Unterstützung schaffen wir das!

 

Spendet jetzt, schenkt uns ein Like auf Facebook oder nehmt mit uns Kontakt auf.

CADUS supports, support CADUS!

Kommt gut ins neue Jahr,
euer CADUS-Team

 

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