Support an slowenisch-kroatischer Grenze

(Berlin/ Mursko Sredisce)

Staatliche Organe sowie das slowenische Rote Kreuz ließen vorerst keine Unterstützung der geflüchteten Menschen an der Grenze zu.

Zur Zeit sind wir zwar als CADUS mit der organisatorischen Arbeit für die Region Nord Syrien mehr als gut ausgelastet. Vor zwei Wochen wurden wir dann jedoch um Hilfe an der slowenisch/kroatischen Grenze gebeten, um vor Ort den ankommenden Menschen zu helfen und sie zu unterstützen. Einzelne von uns hat es nicht auf ihren Stühlen gehalten und so bekamen wir früh morgens einen Anruf, ob wir die Recherche-Koordination von Berlin aus übernehmen könnten. Wenige Stunden später stand über den beständigen Kontakt fest: vor Ort ist die Situation katastrophal. Unübersichtliche, willkürlich anmutende Grenzschließungen und –öffnungen, unterversorgte Camps, zu wenig Essen, zu wenig Kleidung, zu wenig von allem. Zur katastrophalen Situation haben sich mittlerweile auch die Ärzte ohne Grenzen (MSF) und Save the Children geäußert.

An der Tatsache vorbeizugehen, dass wir grade gute Leute vor Ort haben, die sich engagieren,und auf dem Konto die Mittel liegen, mit denen wir den Refugees eine warme Mahlzeit zukommen lassen können, war für uns kaum eine Diskussion wert. Als Notfallmaßnahme haben wir für die komplette Woche die Finanzierung des Teams übernommen.

Die Freiwilligen vor Ort haben sich sofort an die Arbeit gemacht, warme Mahlzeiten und Getränke an die Geflüchteten zu verteilen. An diesem Vorhaben wurden sie zunächst von der slowenischen Polizei und durch bürokratische Hürden gehindert. Dortige Rot-Kreuz-Mitarbeiter*innen haben ebenso wenig helfen wollen. Erst als sich Ärzte ohne Grenzen einschaltet und die Freiwilligen bei der mehrstündigen Diskussion mit der Polizei unterstützt, bekommen sie dann endlich die Erlaubnis warmes Essen verteilen zu dürfen. Auf dem Rücken der Geflüchteten wurde Druck auf die slowenische Regierung ausgeübt, indem das Rote Kreuz beispielsweise keine Zelte an der Grenze aufstellte und die Leute somit im strömenden Regen und bei eisiger Kälte im Freien ausharren mussten.

Unsere Hoffnung ist weiterhin, dass die staatlichen und halbstaatlichen Strukturen, die für diese Maßnahmen der Grundversorgung zuständig wären, sich endlich ausreichend in Bewegung setzen. Wir hoffen, dass unsere Supporter*innen die Verwendung unserer Mittel in dieser Notfallsituation gutheißen und unsere Arbeit weiter unterstützen.

Um genau in einer Notsituation wie dieser reagieren zu können, haben wir uns zusammengefunden. Wir setzten uns dafür ein, dass Hilfe schneller und unbürokratischer aufgestellt werden kann.

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