Eine Brücke zwischen Forschung und Praxis

Veröffentlicht am 20. Juli 2026

von CADUS-PR

Schwerlastdrohne mit Mobilfunkzelle © Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS

Erfolgreicher Abschluss des Forschungsprojektes AMADEUS

Mit Feuer und Rauch startete am 8.7.2026 die Live-Demonstration der fliegenden 5G-Mobilfunkzelle samt Kommunikationsplattform zur Darstellung eines detaillierten Lagebildes. Entwickelt hat das ein Forschungskonsortium bestehend aus TH Wildau, Fraunhofer FOKUS, TU Berlin und Roboverse Reply. Wir waren an dem Projekt als Konsortiumspartner aus der humanitären Nothilfe beteiligt, um eine Brücke zwischen Forschung und Praxis zu schlagen. Und haben natürlich nicht zum Schluss alles angezündet, sondern ein Krisen-Szenario nachgestellt, anhand dessen die Funktionen des Kommunikationssystems gezeigt werden konnten. 

Rettungseinsätze brauchen Kommunikationstechnik

In unserer Arbeit haben wir es schon oft erlebt: Wir brauchen dringend genaue Informationen zu der Lage in einer Krise oder Katastrophe, um geplante Hilfemaßnahmen auf den Bedarf vor Ort abzustimmen. Außerdem müssen wir sichergehen, dass das Einsatzteam sowohl mit der Leitung vor Ort als auch mit dem Headquarter in Berlin in Kontakt treten kann. Sonst ist nicht nur die notwendige Koordination des Einsatzes gefährdet, sondern auch die Sicherheit unseres Teams. Denn wenn doch einmal etwas schief geht, dann müssen wir wissen, wie wir unsere Leute schnellstmöglich wieder rausholen können.

CADUS hat bereits viel Erfahrung gesammelt in Gebieten mit eingeschränktem oder komplett ausgefallenem Mobilfunk. Und wir arbeiten beständig an unserer Ausstattung mit Kommunikationstechnik. Neben den vorhandenen Standard-Systemen probieren wir auch LowTech-Lösungen wie Kommunikation über LoRa aus. Bei AMADEUS ging es jedoch um das andere Ende des Spektrums: Alle Register ziehen, alles mobilisieren, was möglich ist.

Roboter auf dem Rollfeld

So fanden sich zum Abschluss des Forschungsprojekts ein Laufroboter (Spot), ein ferngesteuertes Kettenfahrzeug (Rover), eine Schwerlast-Drohne mit Verbrenner-Motoren für das Heben der Mobilfunkzelle und weitere kleine Drohnen beim Flugplatz Schönhagen ein. Auf dem “Forschungsflugplatz Otto Lilienthal” herrscht ständig ein reges Starten und Landen kleinerer Maschinen. Dank des gut koordinierten Betriebs konnte AMADEUS hier in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder Testflüge machen und das Kommunikationsnetz ausrollen.

Für die Live-Demonstration haben wir die Pyrotechniker*innen Felix Rausch und Lisa Tatz mitgebracht, die kurzerhand das krisengebeutelte, fiktive “Trebbinien” in Flammen und bunten Rauch aufgehen ließen. Sofort rückten die Roboter aus und sendeten über die hergestellte Breitbandverbindung Videos an die Plattform, von der aus sich wiederum die einzelnen Komponenten ansteuern lassen. Das aus den Informationen zusammengestellte Lagebild ließ schließlich die Entsendung menschlicher “Rettungskräfte” zu, die unter schauspielerischer Leistung eine “unter Trümmern begrabene Person” hervorzogen. Auf einem Bildschirm konnten die aus Rettung, Forschung und Kommunalpolitik geladenen Gäste der Abschlussveranstaltung den Fortschritt der “Rettungsaktion” verfolgen. 

Vom Feld in die Forschung – und zurück

Der Austausch zwischen Forschung und Praxis ist wichtig, damit Entwicklung zielgerichtet passiert, und damit unser professionelles Umfeld der humanitären Nothilfe von neuen Möglichkeiten erfährt. CADUS engagiert sich seit der Gründung dafür, diese Brücke immer wieder neu zu schlagen. AMADEUS ist nun abgeschlossen, doch wir bereiten uns schon auf die nächsten Forschungsprojekte vor. 

Bei der INTERSCHUTZ präsentieren Wolfgang Rüther-Kindel, Professor an der TH Wildau, und Corinna Schäfer, Head of IT Department von CADUS, AMADEUS auf der Messe Hannover. Das Projekt wurde vom BMI finanziert. ©CADUS

©Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS

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