Unsere erste Woche in Rojava 1/2
Published on 14. February 2016
from CADUS-PR

unsere-erste-woche-in-rojava-1-2-feature-cadus_projekt_rojava-2015_07-fb7892b5
Unser Fazit nach einer Woche: Wir haben mit sehr vielen ‚Ratsvorsitzenden‘ der Selbstverwaltungsstrukturen, Betroffenen des Krieges, sowie Flüchtlingen aus anderen Teilen Syriens und dem Irak gesprochen. Zudem haben wir einen guten Eindruck vom täglichen Leben in der Region bekommen.
Außerdem haben wir uns mit Menschen, die der PYD nahestehen wie auch mit solchen, die sich in anderen politischen Parteien organisieren, und sich trotzdem an den eingeführten Strukturen beteiligen, getroffen. Unsere Gesprächspartner gehörten vielen unterschiedlichen Religionen und ethnischen Gruppen an.
Was als Eindruck bleibt: Rojava als Idee, nicht nur als Region, ist unglaublich spannend. Die Menschen hier haben es geschafft, friedlich eine tatsächliche Alternative für das Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsanteile unter voller Beteiligung aller Minderheiten zu schaffen. Inwieweit alles, was als Idee im Raum steht bzw. als Struktur geschaffen wurde, sich auch im Alltag des einzelnen Menschen ausdrückt, kann natürlich aus unserer Position nicht beantwortet werden. Dazu kann man nur unspezifisch mit Bauchgefühlen reagieren. Und diese Bauchgefühle sprechen von erlebter Solidarität der Menschen untereinander und von tiefer und echter Dankbarkeit der Geflüchteten gegenüber der YPG/YPJ. Sie sprechen auch von wachsendem Vertrauen und stetigem Dialog zwischen Religionen und Ethnien, welche sich in anderen Teilen des Nahen Ostens weiterhin mit allen Mitteln bekämpfen. Von Zurückdrängung der Religion aus dem gesellschaftlichen Miteinander in den jeweiligen persönlichen Alltag. Und nicht zuletzt von Ideen zu Emanzipation, die den meisten mitteleuropäischen Gesellschaften zurzeit voraus sind.
Unsere Delegation war nicht geplant als Werbekampagne für Rojava, und sie soll es auch trotz vieler positiver Erlebnisse nicht sein. Und so bleiben wir weiterhin so objektiv und kritisch wie möglich. Zum einen ganz praktisch, um ein möglichst detailliertes Bild zu bekommen, wie wir in dieser Krisenregion humanitär helfen können. Zum anderen aber auch, um auch mögliche Schattenseiten des Projektes Rojava nicht zu übersehen. Momentan können wir nur sagen, dass die Menschen in der Region nicht von einem Teil der Bevölkerung in ein System gezwungen werden, sondern dass der gesellschaftliche Prozess auf gemeinsamem Dialog fußt. Wie alle basisdemokratischen Prozesse verlangsamt das vieles; wir wurden z.B. eingeladen, an einer Gerichtsverhandlung auf Grundlage von Mediation teilzunehmen. (…wird so bald als möglich fortgesetzt)
Veröffentlicht:
Verfasser*in: von Jonas Grünwald
Search and Rescue Einsätze vor Libyen derzeit +++ Update: Rettungsmissionen wieder aufgenommen! +++
+++ Update: Rettungsmissionen wieder aufgenommen! +++ CADUS betreibt zusammen mit LifeBoat als Teil einer internationalen Rettungsflotte den ehemaligen Seenotrettungskreuzer ‚Minden‘ vor der tunesisch-libyschen Küste. Auf Grund eines Überfalls auf das Schiff ‚Bourbon Argos‘ von Ärzte ohne Grenzen(MSF) im …
Sea Rescue (Mind’n’Rescue)
Destination country/region: Mediterranean Sea (Aegean, Libyan coast) Period: October 2015 - December 2016 Due to the sharp increase in refugee movements via Turkey to the Greek islands in the Aegean Sea in 2015, we deployed speedboats and teams for "Search and Rescue" missions. Due to the shift of flight routes after …
CADUS 2019 and up into year six!
We say goodbye to the past year 2019 and thus the fifth year of our existence. We review 2019 and look ahead to 2020. So up into the sixth year of CADUS!




