Rojava: Sere Kaniye
Published on 14. February 2016
from CADUS-PR

rojava-sere-kaniye-feature-cadus_projekt_rojava-2015_04-8a91cdd3
Sere Kaniye (Ras al Ain, ca. 55000 Einwohner) war längere Zeit vom IS besetzt, bevor es von der YPG/YPJ befreit wurde. In der Stadt sieht man die Spuren der Kämpfe an vielen Häusern.
Stark umkämpft war u.a. das örtliche Krankenhaus, ehemals ein Haus der Gesamtversorgung mit über 200 Betten. Nach der Rückeroberung war es weitgehend zerstört und unbrauchbar. Vor einem Monat konnte endlich eine kleine Station inklusive zwei spärlich ausgestatteten OPs mit insgesamt knapp 30 Betten wiedereröffnet werden. 30 Betten in einem zerschossenen Gebäude, kaum Wände ohne Einschusslöcher, durchgestrichene Graffiti des IS, zerschlagene Spiegel, durchbrochene Wände um Scharfschützen postieren zu können.
Gerade einmal 6 Ärzte teilen sich die Versorgung der Bevölkerung und der Verwundeten die ständig von der nicht einmal zehn Kilometer entfernten Front eingeliefert werden. Die Ausstattung mit Verbrauchsmaterialen ist geringer als in den meisten deutschen Arztpraxen. Wieder einmal hören wir von den Ärzten vor Ort, das hier momentan eine Medizin praktiziert werde, die an den Beginn des letzten Jahrhunderts erinnere.
Das Medic-Team konnte kurzfristig mit Material aushelfen, unsere Reserven sind allerdings mittlerweile fast erschöpft. Ebenfalls konnten wir bei der Versorgung unterstützen, so dass uns auch ein Einblick in die Regelversorgung der Zivilbevölkerung gewährt wurde. Dieser führte einerseits zu Ernüchterung aber löste andererseits auch tiefen Respekt vor dem aus, was die Menschen hier mit dem wenigen hinbekommen, was ihnen zur Verfügung steht.
Wir verlassen Sere Kaniye mit einem sehr ambivalenten Gefühl. So gut es auch tut, viele Kilometer zwischen uns und die Truppen des IS zu bringen, so schlecht ist unser Gefühl auf der anderen Seite dabei, die Menschen in dieser Situation wieder allein zu lassen.
Veröffentlicht:
Verfasser*in: von Jonas Grünwald
CADUS annual review 2023
"Air alert all night - team is safe, everyone is fine!" was one of the most frequent sentences we read from our Team 2023 from Ukraine. This year was also almost completely overshadowed by the war there. Read more about
Welcome back, Landy!
A motorized employee who has been active in Ukraine since the first hours of our mission has returned to us in Berlin. Without our vehicles, our medical emergency trips would be inconceivable. An occasion for us to pay tribute
Each one teach one – medical trainings in Ukraine
Shortly after our first missions in Ukraine, the need for medical training in particular became obvious on the ground. In addition to the numerous medical novices from the population, who suddenly had to and wanted to treat injured people in times of war, specialists also asked for support in this also medically …




