Rojava: Sere Kaniye
Published on 14. February 2016
from CADUS-PR

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Sere Kaniye (Ras al Ain, ca. 55000 Einwohner) war längere Zeit vom IS besetzt, bevor es von der YPG/YPJ befreit wurde. In der Stadt sieht man die Spuren der Kämpfe an vielen Häusern.
Stark umkämpft war u.a. das örtliche Krankenhaus, ehemals ein Haus der Gesamtversorgung mit über 200 Betten. Nach der Rückeroberung war es weitgehend zerstört und unbrauchbar. Vor einem Monat konnte endlich eine kleine Station inklusive zwei spärlich ausgestatteten OPs mit insgesamt knapp 30 Betten wiedereröffnet werden. 30 Betten in einem zerschossenen Gebäude, kaum Wände ohne Einschusslöcher, durchgestrichene Graffiti des IS, zerschlagene Spiegel, durchbrochene Wände um Scharfschützen postieren zu können.
Gerade einmal 6 Ärzte teilen sich die Versorgung der Bevölkerung und der Verwundeten die ständig von der nicht einmal zehn Kilometer entfernten Front eingeliefert werden. Die Ausstattung mit Verbrauchsmaterialen ist geringer als in den meisten deutschen Arztpraxen. Wieder einmal hören wir von den Ärzten vor Ort, das hier momentan eine Medizin praktiziert werde, die an den Beginn des letzten Jahrhunderts erinnere.
Das Medic-Team konnte kurzfristig mit Material aushelfen, unsere Reserven sind allerdings mittlerweile fast erschöpft. Ebenfalls konnten wir bei der Versorgung unterstützen, so dass uns auch ein Einblick in die Regelversorgung der Zivilbevölkerung gewährt wurde. Dieser führte einerseits zu Ernüchterung aber löste andererseits auch tiefen Respekt vor dem aus, was die Menschen hier mit dem wenigen hinbekommen, was ihnen zur Verfügung steht.
Wir verlassen Sere Kaniye mit einem sehr ambivalenten Gefühl. So gut es auch tut, viele Kilometer zwischen uns und die Truppen des IS zu bringen, so schlecht ist unser Gefühl auf der anderen Seite dabei, die Menschen in dieser Situation wieder allein zu lassen.
Veröffentlicht:
Verfasser*in: von Jonas Grünwald
“The red thread must become the red line again!”
On 27.05.25, we and eight other humanitarian aid organizations working in Gaza drew a "red line" in front of the Federal Foreign Office in Berlin to demand compliance with international law. For us it is clear: the protection of civilians, medical personnel and humanitarian aid is non-negotiable! We document our translated speech at the rally here.
Complex crisis – simple answer: solidarity!
"The fundamental weakness of Western civilization is empathy," said chainsaw-wielding multi-billionaire Elon Musk in a recent podcast. And he is right. But differently than he thinks.
Global Solidarity Now. Now more than ever!
In our areas of operation – Gaza, Ukraine, and other crisis regions – we witness every day just how urgently people rely on fast and flexible humanitarian response. Especially now, as humanitarian assistance comes under increasing global pressure, our work is more challenging and more vital than ever.




