Immer noch engagiert in Syrien!

Seitdem das Mobile Hospital die Grenze nach Rojava überquert hat ist es still geworden um unser Engagement in Nordsyrien. Das heißt aber mitnichten, dass wir untätig gewesen wären oder sind in der Region. Eher die Frage nach einem „wie“ hat uns in der Kommunikation dazu aufgehalten.

Aber konkret - Cadus und Nordsyrien, das ist der Stand:
Wir haben das Mobile Hospital wie geplant an unsere Partnerorganisation Heyva Sor a Kurd übergeben. Davor gab es natürlich noch Einarbeitungen in die Technik und die medizinischen Aspekte durch unser Team. Wir diskutierten mit Heyva Sor noch darüber, wie und wo die LKWs zum Einsatz kommen könnten, denn bei einigen Orten hätten wir mit unseren Teams das Projekt gerne noch personell begleitet. Die Entscheidung unserer lokalen Partner fiel für einen Einsatz in der Region um Afrin herum.
Wir akzeptieren diese Entscheidung absolut. Gleichzeitig war für unser Team hier eine Grenze dessen erreicht, was wir selbst noch als Risiko eingehen können. Leider ist es so, dass um Afrin herum nicht darauf vertraut werden kann, dass sich die Türkei und ihre Verbündeten der Freien Syrischen Armee an die Genfer Koventionen halten. Somit war hier die Gefahr zu groß, das Teile unseres Teams durch Luftschläge der Türkei zu Schaden kommen könnten.
Das Mobile Hospital ist also weiter unterwegs, nun aber mit einer Crew von Heyva Sor.

Gesundheitsversorgung in Raqqa
Wir haben die Region aber noch nicht ganz verlassen, sondern betreiben mit der Hilfe von Heyva Sor a Kurd ein Projekt in Raqqa, der ehemaligen Hauptstadt des sogenannten Islamischen Staates. Das Projekt dreht sich hauptsächlich um Primary Health Care, also vergleichbar all dem, womit sich hier Allgemeinmediziner*innen beschäftigen würden.

Im Zuge dessen werden deutlich mehr Frauen und Kinder als Männer behandelt und in den letzten 5 Monaten wurden dort über 6000 Patient*innen versorgt. Die medizinische Crew wurde aus lokalem Personal zusammengestellt, unsere Stammcrew ist „nur“ mit der Projektkoordination, -abrechnung und –weiterplanung beschäftigt. Des Weiteren besuchen wir die Gesundheitsstation regelmäßig, aber über diese lässt sich aus Sicherheitsgründen nicht gut berichten. Die Reise in Kriegsgebiete ist nie ganz ungefährlich, und es ist umso risikoärmer, je weniger über unsere Reisen bekannt ist.

Deswegen: ja, wir sind weiterhin in Nordsyrien aktiv und ja, diese Tätigkeit frisst hier in Berlin viele Kapazitäten. Trotzdem wollen und können wir nicht viel darüber berichten, was es natürlich oft schwer macht Spender*innen zu erklären, was bei uns gerade so passiert.
Vielen Dank für eure Unterstützung in der Vergangenheit, und hoffentlich habt ihr auch Lust, uns in der Zukunft weiter zu unterstützen.

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